Pflegende Körpermousse aus 4 Zutaten – Vegan & Zero Waste

[Reupload von Veganwitch.de]

Kosmetik ist was schönes. Sich nach einem anstrengenden Tag in ein nach Kräutern und ätherischen Ölen duftendes Bad sinken zu lassen; Sich an Tagen, an denen man die Welt am liebsten aus der Wohnung aussperren würde, aber trotzdem raus muss ein bisschen aufzuhübschen, um sich trotzdem gut zu fühlen; Sich an einem Wintertag an dem Kälte und Heizungsluft gemeinsam ihr bestes gegeben haben, um deine Haut so richtig trocken werden zu lassen, mit einer guten Creme zu pflegen – ich mag Kosmetik für all diese Sachen sehr gerne.

Was ich an Kosmetik aber so gar nicht mag, sind viele, viele andere Dinge. Die Tatsache, dass nach wie vor so viele Marken Tierversuche durchführen lassen. Ungesunde und für unsere Umwelt schädliche Inhaltsstoffe wie Palmöl oder Mikroplastik. Aufdringliche Werbung, die bestimmte Schönheitsbilder transportiert, Frauen und sogar schon Mädchen einredet, dass sie ohne Schminke nicht hübsch genug sind oder Menschen mit dunkleren Hauttypen ausschließt, weil die gängigen Kosmetikmarken nur für Weißbrote produzieren. Und vor allem die extreme Verschwendung (wie viel Kosmetik wird gekauft und dann doch nie genutzt bzw. kann gar nicht aufgebraucht werden, weil man so viel hat und alles gar nicht so lange hält?) und die in den meisten Fällen alles andere als nachhaltige Verpackung. All diese Sachen stören mich sehr an gängiger Kosmetik und führen dazu, dass ich inzwischen fast gar keine Lust mehr habe, normale Produkte zu kaufen.

Komplett auf Kosmetik verzichten und außer Seife und Zahnpasta nichts mehr besitzen mag ich aber auch nicht. Selber machen lautet also die Devise. Ich will nach und nach versuchen, die Kosmetikprodukte, die ich regelmäßig benutze durch selbstgemachte und vor allem Zero Waste freundliche Alternativen zu ersetzen. Bei manchen Produkten wird das sicherlich noch eine große Herausforderung und ich weiß nicht, ob es mir komplett gelingen wird. Andere Produkte kann man ohne großen Aufwand umstellen und damit fange ich ab heute an.

Ich werde hier über all meine Erfolge und vielleicht auch Misserfolge in diesem Bereich berichten und euch an meinen Rezepten und Experimenten teilhaben lassen.

Los geht es mit einer super weichen, reichhaltigen Mousse die aus nur vier Zutaten (+ Duftölen, bei Bedarf) besteht und ganz easy selber gemacht werden kann.

Die Mousse hat am Ende wirklich die Konsistenz von aufgeschlagener Sahne, schmilzt bei Körpertemperatur sofort und lässt sich daher super verteilen und einmassieren.

Ich finde sie auch zum einmassieren in die Haarspitzen oder als Gesichtspflege sehr gut geeignet.

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Für ein kleines Gläschen (ich nahm ein altes Aufstrichglas) brauchen wir:

30g Sheabutter (bekommt ihr plastikfrei, z.B. im Internet. Ich habe mein Glas über Ebay bezogen. In Metalldosen bekommt man sie auch hin und wieder)
30g Kakaobutter (ist etwas schwieriger ohne Plastik zu bekommen, nach einiger Zeit fand ich aber auch diese Zutat im Glas verpackt in einem Onlineshop. Lasst euch nicht von dem Foto irritieren: Ich habe vor einiger Zeit über Foodsharing Kakaobutter mit abgelaufenem MHD bekommen, die sonst im Müll gelandet wäre – im Kühlschrank ist sie aber gerade für Kosmetik noch super eine ganze Weile zu gebrauchen und natürlich brauche ich dieses Produkt erst auf, bevor ich neue kaufe. Wenn ihr keine Kakaobutter findet, könnt ihr sie aber auch weglassen und den Anteil an Sheabutter und Kokosöl erhöhen.)
30g Kokosöl (gibt es problemlos im Glas im Bioladen)
15g gutes Öl eurer Wahl (ich nahm Schwarzkümmelöl, weil ich das noch da hatte und es der Haut sehr gut tut. Ans Herz legen kann ich euch für solche DIY Projekte aber auch Haselnuss-, Mandel-, oder Walnussöl. Das riecht einfach großartig!)

Nach Belieben:
~10 Tropfen Ätherisches Öl. Ich nahm Orangen- und Rosmarinöl. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe selber noch für gefühlt 50 Jahre voller DIY Kosmetikprojekte genug ätherische Öle daheim – wenn man keine hat und wegen dem Plastikdeckel des Fläschchens keines kaufen will oder weil man empfindliche Haut hat, kann man die ätherischen Öle aber natürlich aber auch ganz weg lassen, die Mousse riecht auch so schon gut genug.
Ich könnte mir auch vorstellen, beim nächsten Mal ein wenig vom Mark einer Vanilleschote oder etwas Zimtpulver unter die Butter zu rühren.

Ihr braucht außerdem 2 Töpfe für ein Wasserbad, einen Löffel, einen Handmixer und ein kleines sauberes Gläschen.

Die Zutaten in einen kleinen Topf geben und diesen in einen größeren Topf mit etwas Wasser stellen und alles vorsichtig schmelzen lassen. Lasst das Wasser nicht zu heiß werden, das tut den Ölen nicht gut. Es sollte nicht kochen.

Wenn alles geschmolzen ist, stellt ihr den Topf für eine Weile ins TK Fach oder in den Kühlschrank. Sobald die Ölmischung nun nicht mehr warm, aber auch noch nicht fest geworden ist, gebt ihr die ätherischen Öle hinzu.
Wartet, bist die Mischung fest geworden ist, dann nehmt ihr euren Handmixer und rührt die Mischung damit für etwa 5 Minuten ordentlich durch. Hier ist ein wenig Geduld gefragt, aber nach einer Weile wird die Sache immer fluffiger und cremiger und am Ende habt ihr eine Bodybutter mit einer wunderbaren Konsistenz – ähnlich wie aufgeschlagene Sahne oder Mousse.

Durch die Kakaobutter riecht es ein wenig nach Schokolade und die ätherischen Öle tun ihr übriges dazu, dass man sich am liebsten darin wälzen würde. Ich bin von dem Ergebnis total begeistert und wüsste nicht, wozu ich jemals wieder Bodylotion, Gesichtspflegecreme oder irgendeine Pflege für trockene Haarspitzen kaufen sollte. Klar, Kokosöl alleine tut es in all diesen Fällen natürlich auch, aber die Mousse ist gerade durch die Kakao- und Sheabutter noch mal ein bisschen luxuriöser geworden und durch verschiedene ätherische Öle ja auch für jeden Geschmack geeignet. Natürlich macht sich die Mousse auch super als schönes Zero Waste Geschenk.

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