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Seitan Aufschnitt / Bratenrolle aus dem Glas

[Reupload von Veganwitch.de]

Es ist ja nicht so, als bräuchte man als vegan essender Mensch unbedingt Wurstalternativen. Man kann schließlich so viele tolle andere Sachen auf dem Brot essen. Aufstriche, Avocados, Marmeladen… Fakt ist aber: Veganer Aufschnitt schmeckt einfach sehr gut.
Zur Zeit versuche ich ja so gut wie möglich, mein Leben müll-freier zu gestalten und keine verpackten oder zumindest keine in Plastik verpackten Lebensmittel mehr zu kaufen. Damit fallen natürlich alle veganen Aufschnitte, Bratlinge usw. weg. Ich will mich noch nicht soweit festlegen, dass ich diese Produkte nie wieder kaufen bzw. essen werde, aber ich will, das ist zumindest mein aktueller Stand, doch versuchen, sie so oft wie möglich zu meiden und wenn ich dann mal Appetit auf Seitanprodukte habe, diese einfach selber zu machen.

Deswegen habe ich mir vor ein paar Tagen Weck-Gläser gekauft. In denen kann man nämlich ganz wunderbar Seitan im Ofen backen. Bisher habe ich Seitan hier und da auch schon müllfrei in einer Auflaufform und im Sud gebacken, oft genug kam aber auch Alufolie und Gefrierbeutel zum Einsatz und gerade das will ich ja vermeiden. Die Weck Gläser finde ich total schön – es reichen aber natürlich auch ganz normale Sturzgläser – also solche, die oben nicht enger werden und aus denen man den fertigen Seitan dann einfach herausholen kann.

In diesen Gläsern könnt ihr natürlich sämtliche Arten von Seitan-Aufschnitten oder Bratenrollen backen. Ich teile heute das erste Rezept mit euch, das ich in diesen Gläsern ausprobiert habe. Eine deftig gewürzte Seitan-Rolle mit Pastinake und Zwiebeln. In der nächsten Zeit werde ich ganz sicher noch weitere Rezepte ausprobieren und diese mit euch teilen, falls sie mir gelingen 😀

Für 2 Seitan Rollen (sie haben meine beiden 500ml Weckgläser jeweils zu etwa 2/3 ausgefüllt) brauchen wir:

  • ~240g Glutenpulver (wir haben uns vor einer ganzen Weile mal einen 25kg Sack Seitan zugelegt, von dem zehren wir natürlich immer noch. Der Sack ist zum Glück aus Papier und eben ein Großgebinde und damit Zero Waste freundlich. Wenn ihr kein plastikfrei verpacktes Glutenpulver findet, es aber trotzdem Zero Waste sein soll, könnt ihr den Seitan natürlich auch aus Mehl auswaschen. Dafür gibt es diverse gute Anleitungen im Internet, ich selber habe es aber noch nie gemacht
  • 30g Hefeflocken
  • 1 kleine Pastinake (~100-120g) (oder anderes Gemüse, was euch halt so schmeckt oder was ihr da habt)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 frische Knoblauchzehe
  • 2 TL Majoran
  • 2 TL Bohnenkraut
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Pfeffer
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1-2 TL Curry oder Ras El Hanout
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 TL grober Senf
  • 2 EL Sojasauce
  • ~250ml Brühe
  • 4 EL Sonnenblumenöl

Hierzu kurz ein paar Anmerkungen zum Thema Zero Waste: Ich habe alle Zutaten entweder lose, in Papier oder in Gläsern kaufen können. Tomatenmark, Senf und Gewürze gibt es in kleinen Gläsern zu kaufen (Die Gewürze z.B. in türkischen Lebensmittelläden!), Hefeflocken gibt es von manchen Marken nur in Papier verpackt, Seitan siehe oben, Brühe machen wir immer selber, kochen dafür frisches Gemüse aus und füllen die Brühe in Flaschen und kochen diese ab, sie halten sich dann eine ganze Weile – schmeckt auch 500x besser als gekörnte Brühe! Öl und Sojasauce gibt es auch in Flaschen zu kaufen und in manchen Läden auch zum Abfüllen vom Fass. Dieses Rezept ist also zumindest theoretisch ohne Plastik und wenn man entsprechende Einkaufsmöglichkeiten hat wirklich Zero Waste machbar.

Gluten, Hefeflocken und Gewürze in einer Schüssel mischen. Pastinake, Zwiebel und Koblauch so fein wie möglich hacken und ebenfalls in die Schüssel geben. Brühe, Öl, Sojasauce, Tomatenmark und Senf zusammenrühren, alles zu den trockenen Zutaten geben und möglichst rasch zu einem Seitan-Teig kneten. Dafür ruhig 2-3 Minuten investieren. Den Teig dann auf die Gläser aufteilen, am besten den Deckel (falls ihr Weckgläser mit Glasdeckeln benutzt) locker oben auflegen, dann wird der Seitan von oben nicht so schnell zu dunkel. Die Gläser in den Ofen stellen und diesen jetzt auf 180°C und Ober&Unterhitze schalten und das ganze ca. eine Stunde backen. Wenn der Seitan dann noch zu weich ist, lasst ihn noch etwas länger garen, jeder Ofen ist anders. Wenn er fertig ist, den Seitan aus den Gläsern stürzen (ohne sich die Finger zu verbrennen!) und abkühlen lassen. Der Seitan lässt sich gut in dünne Scheiben schneiden (ich habe eine Brotschneidemaschine, damit geht das wunderbar, aber ein Messer tut es auch), kann aber auch in dickere Scheiben geschnitten und als Bratling gegessen werden. Ich habe eine der Rollen direkt in einem sauberen Stoffbeutel eingefroren, die andere bewahre ich für ein paar Tage im geschlossenen Weckglas im Kühlschrank auf.

Der Aufschnitt macht sich natürlich besonders gut auf den Faultierbrötchen 😉

Lasst es euch schmecken!

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