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Minimalistischer Wochenrückblick KW42

*Hust* *Schief* Mich hat schon wieder die Seuche erwischt! Dieses Jahr habe ich mit meinem Immunsystem leider echt zu kämpfen und fange mir gefühlt alle 1,5-2 Monate irgendwas ein. Dieses Mal war es aber zum Glück „nur“ eine dicke Erkältung und so war ich die ganze Woche über zwar angeschlagen, aber nicht komplett außer Gefecht gesetzt.

Diese Woche ging das große Aussortieren weiter. Ich habe mich dieses Mal sogar an mein heiligstes Regal begeben und einige Brettspiele und Rollenspielregelwerke aussortiert. Das tat mir doch ein bisschen weh. Aber jetzt, nachdem ich ein paar Bücher und Spiele aussortiert habe, die einfach nicht zu meinen Lieblingen zählten, ist wieder mehr Platz und ich freue mich über den losgewordenen Ballast. Nur verkaufen muss ich das Zeug noch – das schiebe ich immer gerne einige Tage vor mir her, wenn ich es nicht über Rebuy und co mache, sondern einen zwar gewinnversprechenderen, aber eben auch zeitintensiveren Weg wähle.

Später in der Woche habe ich mich außerdem an diverse Kisten begeben, die auf und unter einem Regal sowie auf unserem Kleiderschrank standen und in denen ich allerlei Postkarten, Rechnungen und Deko, Wolle und Stoffe für Handarbeitsprojekte und vieles mehr aufbewahrt habe. Später ging ich dann noch unsere Kiste mit Schals, Mützen und Handschuhen durch und habe gefühlt knapp die Hälfte weggegeben, auch einige Schuhe habe ich wieder aussortiert. Insgesamt konnte ich mehrere Kisten voll mit Dingen gehen lassen und die übrig gebliebenen Sachen danach ein wenig kompakter verstauen. Super minimalistisch ist das alles noch nicht, wie auch immer man das definiert, aber ich bin fürs erste zufrieden. Ich habe einen Überblick über die Sachen, die ich behalten habe, habe sie gut organisiert wegpacken können und schon wieder ein ganzes Stück geschafft.

Zum ersten Mal habe ich übrigens eine „Free Your Stuff“ Facebook Gruppe genutzt um ein Paket mit vielen alten Stoff- und Wollresten loszuwerden. Die Sachen wegzuschmeißen hätte ich nicht übers Herz gebracht und verkaufen kann man so etwas auch nicht mehr. Da hier im Rheinland ja nicht nur Halloween, sondern auch Karneval naht und viele bunte Stoffe dabei waren, dachte ich, vielleicht findet sich jemand, der damit Kostüme machen will oder ähnliches. Und tatsächlich erhielt ich schon 5 Minuten später die erste „Nehm ich!“ Nachricht und es wird heute Nachmittag abgeholt. Ich freue mich, wie gut das geklappt hat.

Es zeigte sich übrigens auch mal wieder eindrücklich mein früheres Chaos und wie wenig Überblick ich eine Zeit lang darüber hatte, wo meine ganzen Sachen sind. In einer alten Weihnachtskarte, die ich seit Jahren nicht mehr abgefasst habe fand ich noch 80€. Wie gut, dass ich alle alten Karten vor dem Entsorgen immer noch mal durchschaue. Ich hatte im ganzen Wohnzimmer übrigens mindestens 4 Plätze, an denen sich alte Karten und Briefe fanden. Kein Wunder, dass ich nie etwas gefunden habe. Jetzt ist ein großer Teil weg und das, was ich als Erinnerungen aufhebe in einer Box verstaut.

Insgesamt habe ich mich diese Woche von meinem ganzen Besitz, der trotz bereits unzählbar vielen bereits weggegebenen Kartons und Tüten immer noch extrem groß ist, ziemlich erschlagen gefühlt. Ich hatte zwischendurch den Eindruck ich sortiere und entsorge, verkaufe und verschenke und es wird trotzdem nicht weniger. Natürlich ist dem nicht so. Es hat sich schon sehr, sehr viel getan und man kann das, was man über Jahrzehnte ansammelt einfach nicht von heute auf morgen alles loswerden. Da hat es mir gut getan mich mehr auf das zu fokussieren, was ich bereits alles geschafft habe anstatt auf das, was noch vor mir liegt. Mir geht es dabei einfach oft nicht schnell genug, am liebsten würde ich nur mit dem Finger schnipsen und hätte sofort die perfekte minimalistische Wohnung, in der sich nur Sachen befinden, die ich tatsächlich brauche und will. Aber dieser Frust tritt zum Glück nur phasenweise auf und dann sehe ich wieder, wie viel ich jede Woche schaffe und wie gut es auch ist, dass ich für das ganze Aussortieren eine Weile brauche, da ich in diesem Prozess eine Menge über mich selber und mein Konsumverhalten lerne. Nachhaltige und wirksame Veränderungen brauchen eben Zeit und Geduld.

Diese Woche gab es außerdem wieder neues Lesefutter aus der Bibliothek, darunter „Habenwollen“ von Wolfgang Ulrich, welches ich mir als erstes vorgenommen habe. Es ist kein Buch, was man mal so nebenbei lesen kann, sondern sehr tiefgehend und es erfordert dementsprechende Konzentration, die mein verschnupfter Kopf diese Woche nicht an jedem Tag aufbringen konnte. Es ist aber unheimlich interessant und stößt in mir viele Gedanken an.

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(Kleiner Einblick in meinen aktuellen Stand: Hinter dem Sessel seht ihr das Bücherregal. Früher hatte ich fast 4 davon voll mit Büchern. Das ist alles, was übrig blieb. Ich finde es immer noch viel zu viel und werde nach und nach weiter reduzieren. Hinter dem Sessel verstecken sich ein paar Stofftaschen voll mit aussortieren Büchern, die ich nächste Woche zum offenen Bücherregal bringen will.)

Außerdem ist in der ganzen Ausmisterei doch mal wieder etwas „neues“ bei uns eingezogen. Ein ganz wunderbarer antiker Sessel aus grünem Samt. Ich habe ihn bei Ebay Kleinanzeigen entdeckt und mich sofort verliebt. Zudem war er sehr erschwinglich, ist super erhalten und total bequem. Dafür flog ein ganz alter Sessel, der noch ein Überbleibsel aus meinem Jugendzimmer war, raus und wurde verschenkt. 20 Minuten mit einem „Zu Verschenken“ Zettel dran vor die Haustüre gestellt und schon war er weg. Das geht hier bei uns in der Straße erstaunlich gut. Ich vermute, es liegt unter anderem daran, dass in der Straße sehr viele Studenten wohnen, die ständig ein und ausziehen. Ein paar neue Möbel für die erste WG Küche werden daher immer gerne genommen. Einen weiteren Sessel haben wir auseinandergeschraubt und platzsparend im Keller verstaut. Da muss sich noch zeigen, ob wir ihn behalten oder irgendwann weggeben werden, ich tendiere eher zu letzterem. Somit haben wir noch 2 Sessel in der Wohnung, was voll und ganz reicht. Besonders freut mich auch, dass immer und immer mehr Möbelstücke in unserer Wohnung Second Hand sind. Ich würde wohl nur noch neue Möbel kaufen wollen, wenn es gar nichts passendes gebraucht gibt. Gebrauchte Möbel sind natürlich nicht nur sehr viel umweltfreundlicher, weil sie Ressourcen sparen, man bekommt oft auch für sehr viel weniger Geld sehr viel hochwertigere Teile. Außerdem mag ich es, wenn Gegenstände Geschichten erzählen. Der neue Sessel ist aus dem Nachlass einer alten Dame und wurde von seinen Vorbesitzern nur ungerne und aus Platzgründen hergegeben. Einem Möbelstück, was schon früher geliebt und gepflegt wurde ein neues zu Hause zu geben ist für mich etwas ganz tolles.

Und damit wünsche ich dir einen schönen Start in die neue Woche!

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7 Antworten
  1. Tine
    Tine says:

    Oh Mann, gute Besserung! :/ das ist ja doof, dass du so oft erkältet bist…
    Wenn ich deine Minimalismus-Artikel lese, bekomme ich direkt Lust zu entrümpeln 😀 bei uns in der Nähe gibt es eine „Give Box“, da bringe ich immer wieder gerne häppchenweise aussortierte Deko o.ä. hin. Das Prinzip find ich sehr schön 🙂
    Dein neuer Sessel ist übrigens mega cool 😉
    Liebe Grüße und werd schnell wieder gesund!

    Antworten
    • Romy
      Romy says:

      Hallo Tine,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Inzwischen bin ich wieder fit, dieses Mal hat es zum Glück nicht so lange angehalten.
      Mich stecken Entrümpel-Berichte von anderen auch immer unheimlich an 😉
      Ich muss mal schauen, wo es hier solche Give Boxen gibt. Das sollte es in Köln ja eigentlich geben. Es gibt hier offene Bücherregale, aber da kann ich ja Deko und so Krempelzeugs nicht reinpacken.

      Viele liebe Grüße,
      Romy

      Antworten
  2. Sarah
    Sarah says:

    Auch von mir gute Besserung!
    Der Sessel ist echt klasse 🙂 Würde sich bestimmt hervorragend vor einem kuscheligen Kamin machen 😀 Ich mag ebenfalls total gern second hand Möbel, die schaffen so eine gemütliche, urige Atmosphäre.
    Ich finde das sehr inspirierend, wie viel du regelmäßig ausmistet. Aber ich kenne diese Ungeduld von mir selber nur zu gut 😉 Man hat dann so eine schöne Vision im Kopf und will, dass sie am besten sofort Realität wird und man sich nicht noch mit der lästigen, mühseligen Umsetzung rumplagen muss.
    Am Wochenende will ich auch wieder was ausmisten 🙂 Vorher muss ich aber noch meine lange Uni-Zeug-Erledigen-Liste abarbeiten 😉
    Herbstliche Grüße!

    Antworten
    • Romy
      Romy says:

      Hallo Sarah!
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich arbeite gerade ein wenig an meiner Sicht auf die ganze Sache und versuche auch schon im Zustand des Entrümpelns und Reduzierens ganz viel positives zu sehen und nicht nur am irgendwann hoffentlich erreichten Ziel. 😉
      Viel Erfolg bei deinen Uni-Sachen und danach dann beim ausmisten!
      Liebe Grüße,
      Romy

      Antworten
  3. Maya
    Maya says:

    Ich muss sagen dass ich diesen Prozess sehr genieße und auch versuche,
    ihn ganz bewusst wahrzunehmen, jedoch werde ich auch unruhig, wenn ich „längere“ Zeit
    (und damit meine ich ein paar Tage) nicht aussortiert oder ausgemistet habe 😉

    Bei mir fing es vor ungefähr einem halben Jahr an, dass ich mich ganz bewusst mit meinem Besitz
    auseinandergesetzt habe, und ich bin sicher, dass es auch noch eine Weile dauern wird,
    bis ich wirklich zufrieden bin mit dem Zustand meiner Wohnung. Aber mir macht es unheimlichen Spaß,
    und dabei war ich „bis gerade eben“ auch eher jemand der irgendwie so ziemlich alles aufgehoben hat,
    weil man dies oder das ja irgendwann nochmal gebrauchen könnte.

    Ich wünsche dir weiterhin auch viel Spaß bei deiner Aufräum- und Ausmistaktion,
    und vor allem gute Besserung! 🙂

    Liebe Grüße!

    P.S. Ich mag deinen neuen Blog sehr und freue mich schon auf alle kommenden Beiträge!

    Antworten
    • Romy
      Romy says:

      Vielen Dank, Maya!
      Ich finde es auch ganz erstaunlich, wie schnell sich doch die eigene Einstellung bezüglich Besitz und Konsum verändern kann. Bei mir war es jahrelang viel zu viel und dann ging es schon fast auf morgen, dass ich am liebsten alles los werden und (fast) nichts neues mehr kaufen wollte.

      Und du hast recht, es macht total viel Spaß und das ist ja auch irgendwie das wichtigste daran 🙂

      Liebe Grüße,
      Romy

      Antworten

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