Wohin mit dem Zeug? – Aussortieren, Weggeben, Verkaufen

Ich möchte euch heute die Methoden und Wege erklären, die ich nutze, um Aussortiertes möglichst noch sinnvoll loszuwerden.

Wenn man seinen Besitz reduziert, stellt sich bei jedem einzelnen Gegenstand, den man loslassen möchte die Frage: Wohin damit? Es gibt dann grob gesagt drei Optionen: Verkaufen, Verschenken/Spenden, Entsorgen.

VERKAUFEN:

Ich verkaufe Gegenstände, bei denen ich mir noch einen gewissen Gewinn davon verspreche und bei denen ich auch denke, dass ich dies in relativ kurzer Zeit erledigen kann. Bisher verkaufte ich vor allem Bücher, CDs, DVDs, Brettspiele, Kleidung und Möbel.

Welche Wege nutze ich dabei?

Facebook: Ich bin kein großer Facebook Fan, aber es gibt dort viele Gruppen, die für diesen Zweck echt Gold wert sind. Es gibt spezielle Gruppen extra für Brettspiele, Pen&Paper Regelwerke, für Comics oder vegane Kochbücher, auch eine Gruppe für den Verkauf von Psychologie Lehrbüchern habe ich schon genutzt. Bestimmt gibt es auch noch für viele weitere Kategorien spezielle Gruppen. In diesen Gruppen spricht man genau die richtige Zielgruppe an und der Verkauf läuft in der Regel recht unkompliziert ab. Ich habe die Sachen dann bisher meistens verschickt, es wurde aber auch schon öfters direkt etwas bei mir abgeholt, denn es gibt oft auch regionale Gruppen.

Rebuy (+Momox etc.): Anbieter wie Rebuy oder Momox kaufen gebrauchte Waren wie Bücher, DVDs, CDs und technische Geräte wie Handys oder Spielekonsolen zu einem Festpreis an. Ab einem gewissen Ankaufswert kann man sie kostenlos via Hermes einsenden und man bekommt den Betrag dann später ausgezahlt. Der große Nachteil dabei ist, dass nicht alles angekauft wird – verständlicherweise wird nur angenommen, was auch nachgefragt wird. Sehr alte Bücher oder DVDs oder auch solche, die vielleicht gerade schon zu oft im Lager des Anbieters liegen, werden oft nicht angekauft. Zudem ist der Festpreis oft sehr niedrig. Ich persönlich handhabe es so, dass ich Artikel, die mir nur noch wenige Cent bringen, dann eher nicht verkaufe, sondern lieber spende. Es gibt aber hier und da immer wieder Sachen, die doch noch erstaunlich viel bringen. Natürlich könnte man mit sehr viel Geduld und wenn man direkt an eine Privatperson verkaufen würde, mehr Geld für die Sachen nehmen. Man müsste aber erst mal eine Person finden, die das Teil haben will und alles einzeln verpacken, verschicken usw. Das frisst enorm viel Zeit. Ich wäge also immer ab. Wenn ich weiß, dass ich die Sachen sehr wahrscheinlich für deutlich mehr Geld und relativ bald privat verkaufen kann, dann tue ich das. Bei allen anderen Sachen ist Rebuy für mich super, da ich einfach alles in ein Paket packen kann und dann nichts mehr tun muss. Rebuy hat außerdem eine App, mit der ich den Barcode der Produkte direkt scannen kann und sofort einen Ankaufspreis genannt bekomme. Dieses Jahr habe ich bereits (in mehreren Paketen) insgesamt 140 Artikel an Rebuy verkauft und dafür noch über 400€ bekommen.

Kleiderkreisel + Ebay: Für mich die Methoden der Wahl, wenn es darum geht Kleidung, Schuhe, Taschen usw. loszuwerden. Die Artikel einzeln einzustellen ist recht aufwändig und man muss natürlich auch hier wieder alles verpacken, verschicken usw. Deswegen verkaufe ich auch nur Artikel, von denen ich mir noch mehrere Euro erwarten kann. Ein Basic Top was mir vielleicht noch maximal 2€ bringen würde, ist mir persönlich die Zeit und den Aufwand nicht wert, das spende ich dann lieber.

Ebay Kleinanzeigen: Finde ich perfekt zum Verkauf und Kauf von Möbeln, Lampen, Küchengeräten usw.

Flohmärkte: Wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch wenn ich es selber bisher nicht gemacht habe. Ist natürlich mit Aufwand und Kosten verbunden, aber wenn man an so etwas auch ein bisschen Spaß hat, kann es sich bestimmt durchaus lohnen. Mir ist das verkaufen von daheim aus meistens lieber.

SPENDEN: 

Bisher habe ich den größten Teil meiner aussortierten Gegenstände gespendet bzw. verschenkt. Das mache ich bei allen Sachen, die ich nicht mehr verkaufen kann, bzw. bei denen sich der Aufwand und die Zeit für mich nicht lohnt, da kaum mehr als 1-2€ zu erwarten sind.

Bisher gespendet habe ich unter anderem Bücher, CDs, DVDs, Geschirr, Bettwäsche, Haushaltsgegenstände, Deko-Artikel, Bastelmaterial, Kuscheltiere und Möbel. Auch hier nutze ich diverse Wege, je nach Gegenstand bzw. dessen Zustand.

Spenden an gemeinnützige Vereine oder Second Hand Läden: Meine Methode der Wahl! Ich habe in Köln das Glück, dass es hier diverse Sozialkaufhäuser oder Second Hand Läden mit sozialer Mission gibt, die Spenden gerne annehmen und damit Menschen in Not versorgen und teilweise sogar noch benachteiligen Menschen eine Arbeitstelle bieten. Ich spende derzeit fast alles, von dem ich denke, dass es noch wirklich gut erhalten ist und das es noch anderen Menschen nützen könnte an die Diakonie. Das hat für mich vor allem den praktischen Vorteil, dass das zentrale Spendenlager knapp 2km von meiner Wohnung entfernt ist und ich einfach alles, was ich abgeben möchte in Bananenkartons packen und rüber fahren kann. Dort wurde bisher immer alles dankend angenommen. Sehr wichtig finde ich dabei, dass man keinen Schrott abgibt, was sich ja eigentlich von selbst verstehen sollte. Ich frage mich bei den Sachen, die ich an die Diakonie spende immer, ob ich es für wahrscheinlich halte, dass jemand diesen Gegenstand noch in ihrem Second Hand Laden mitnimmt oder ob er für andere Zwecke der Diakonie (Spenden an Flüchtlinge etc.) zu gebrauchen ist. Nur dann gebe ich ihn auch dort hin, weil ich meinen Kram ja nicht einfach nur abladen will, sondern möchte, dass er auch wirklich gebraucht werden kann.

Spenden via Umsonstläden, Give Boxen, Free Your Stuff, offene Regale:

Dinge, die ich für Second Hand Läden nicht passend finde, die aber auch zu schade zum wegwerfen sind, gebe ich an entsprechende Stellen ab, wo einfach jeder Mensch nehmen und geben kann was er_sie möchte.  Das sind z.B. alte Zeitschriften, die andere Menschen noch interessieren könnten, gekaufte, aber nie mehr als 1x genutzte Kosmetik (Da verschenke ich aber keine flüssigen Produkte, das finde ich unhygienisch. Nur Sachen wie Nagellacke, Lidschatten etc.), Modeschmuck, Kleidung oder Geschirr mit winzigen Macken dran, was viele Leute absolut nicht stört bzw. repariert werden kann, dadurch aber eben nicht mehr zu verkaufen ist, Bücher, die noch lesbar aber vielleicht schon etwas mitgenommen sind usw.

Bei mir um die Ecke befindet sich ein offenes Bücherregal, in das ich immer wieder ausgelesene, nicht mehr verkäufliche Bücher als Spende bringe. Oft sehe ich direkt nachdem ich dort war, wie jemand anderes mein Buch herausnimmt, sich freut und es mitnimmt. Auch nutze ich alternative Umsonstläden wie z.B. den im autonomen Zentrum Köln. Eine weitere Alternative sind Facebook Gruppen namens „Free Your Stuff“. Diese sind in der Regel regional organisiert und dort können Sachen angeboten werden, die man zu verschenken hat, genau so kann man auch nach Sachen fragen, wenn man etwas braucht. Ich habe darüber schon Regale verschenkt und erst kürzlich, als ich meine riesige Kiste voll mit Handarbeitsmaterial aussortiert habe, dort eine große Tasche voll mit sehr gut erhaltenen Stoff- und Wollresten angeboten. Am nächsten Tag schon kam eine Frau sie abholen, die sich riesig gefreut hat und damit jetzt Kostüme nähen will. Eine sehr einfache Methode ist außerdem die gute alte Kiste vor der Haustür. Manchmal packe ich Dinge, die ich verschenken möchte einfach in einen großen Karton, mache einen Zettel mit „Zu Verschenken“ dran und stelle ihn bei gutem Wetter vors Haus. Das geht natürlich am besten, wenn man in einer Straße wohnt, durch die auch öfters mal Leute durchlaufen. Oft waren schon nach 1-2 Stunden alle Sachen weg. Auch Möbel bin ich so schon losgeworden und habe im Gegenzug auch schon mehrfach welche bekommen.

ENTSORGEN:

Wenn ich Sachen dann doch mal weder verkaufen, noch guten Gewissens spenden oder verschenken kann, bleibt manchmal nur die Mülltonne als letzte Option übrig. Es ist immer schade, wenn man Sachen entsorgen muss, aber genau so wenig bringt es etwas, die Sachen noch Jahrzehnte in der Wohnung aufzubewahren. Für mich ist es immer wieder eine eindrückliche Mahnung, in Zukunft sehr viel bewusster und nachhaltiger zu konsumieren, wenn ich etwas wegschmeißen muss und mich dabei blöd fühle. In diesem Fall sollte man natürlich versuchen, Sachen so gut wie möglich zu entsorgen. Sprich Elektroschrott und Sperrmüll zum Wertstoffhof bringen, Altglas in den entsprechenden Container, usw.

So viel Spaß mir das ganze Reduzieren und Minimalisieren auch macht, es sind dennoch Resultate eines über Jahre hinweg nicht bewussten und gesunden Konsumverhaltens und alle diese Methoden kosten mich viel Zeit, die ich auch mit schöneren Aktivitäten verbringen könnte. Alle Dinge, die du besitzt kosten dich Zeit und wenn es zu viel wird, besitzen sie schnell mal eher dich als andersherum. Das sollte man sich einfach bewusst machen. Für mich ist daher klar, dass ich noch ganz viel los werden und dann nie wieder so viel Zeug besitzen möchte, wie noch zu Beginn diesen Jahres.

Vielleicht war ja der eine oder andere sinnvolle Tipp für dich dabei – ich wünsche dir noch einen schönen Tag! 

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2 Antworten
  1. Franca
    Franca says:

    Sehr schöner Artikel. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Flohmarkt um meine Sachen zu verkaufen. Ich hatte wirklich Glück, ich habe für 3 Meter Stand nur 6 Euro Standgebühr bezahlt und sehr sehr viele Sachen verkaufen können. Insgesamt bin ich mit viel mehr Geld nach Hause gegangen als ich erwartet habe. Vorher war ich auch sehr skeptisch. Ich würde es vermutlich auch nicht wieder machen, einfach weil ich jetzt nicht mehr so viele Sachen habe, dass sich ein Stand lohnt. Wenn man jedoch viele Sachen auf einmal loswerden will, ist der Flohmarkt eine super Alternative. Liebe Grüße und eine schönes Wochenende! Franca 🍁🍁

    Antworten
  2. Frau Pingaga
    Frau Pingaga says:

    Oh ja. Da sagst du was.
    Ich arbeite auch dran. Aber ich bin so verdammt langsam.
    Hier stapeln sich Kinderklamotten noch und nöcher- und zwar nur die, die ich alle noch bei „Mamikreisel“ einstellen will. Den größten Teil habe ich nämlich auch schon verschenkt bzw. gespendet.
    Ich finde diese Hochladerei nämlich (vor allem wenn man alleine ist mit Kleinkind… und quasi eh keine Zeit für sich hat) ganz schön anstrengend… das daaauert immer. Noch Fotos machen und und und… Beschreibungen schreiben dauert am längsten.
    Flohmarkt hab ich auch einmal gemacht letztes Jahr oder vorletztes… da war ich eher demotiviert. Hab so gut wie nix eingenommen.. vielleicht hab ich alles zu billig verkauft? Keine Ahnung.
    Nächstes Jahr gibt es hier in der Stadt einen „Tauschrausch“… da nehme ich alle Dinge mit hin, die ich bis dahin nicht los bin.
    Dann hab ich endlich wieder Platz. Und Zeit.
    🙂

    Antworten

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