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Fazit zur Konsumauszeit und Update

Long Time No See – hier war es eine Weile still, so wie das manchmal ist, wenn einem das Leben in die Quere kommt. Zusätzlich zu dem normalen Alltagswahnsinn hat mich in den letzten Wochen ein Trauerfall in meiner Familie sehr beschäftigt – und beschäftigt mich noch, weiter will ich das hier gar nicht thematisieren. Ich hatte außerdem Geburtstag, was sehr, sehr schön war und darf mich, weniger schön, im Moment öfters beim Zahnarzt aufhalten. Ich habe einen Zahn mit entzündeter Wurzel und die Behandlung dauert noch an – für mich als absolute Zahnarztphobikerin eine sehr unangenehme Angelegenheit, allerdings habe ich wirklich eine tolle Praxis, in der sie mit AngstpatientInnen wie mir sehr sensibel und verständnisvoll umgehen. Das nur so ganz kurz als kleines Update, warum es hier im Moment wieder etwas stiller ist. Bis Jahresende wird es auch weiterhin ruhiger bleiben, ein paar Posts habe ich aber dennoch geplant.

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Ich wollte euch noch ein kleines Update und Fazit zur Konsumauszeit geben. Wie ich ja zu Beginn schon berichtet habe, ist mir der Konsumverzicht ziemlich leicht gefallen. Ich habe mein Konsumverhalten im letzten Jahr so stark verändert, dass ich in vielen Situationen überhaupt keinen Kaufdrang mehr spüre – in einigen Situationen (vor allem wenn es um Computerspiele oder Bücher geht, beides jedoch in digitaler Form) fällt es mir noch nicht ganz so leicht, aber auch hier habe ich schon deutlich reduziert, warte eher mal ab, ob ich ein Buch/Spiel/etc. wirklich haben möchte und habe auch keine Probleme mehr damit, einfach mal eine Weile darauf zu warten. Gegen Ende des Monats musste ich dann allerdings trotzdem etwas kaufen, da leider das Mainboard meines PCs kaputt gegangen ist und ich meinen PC einfach brauche. Zu meinen Konsumauszeit Regeln gehörte ja dazu, dass das Kaufen von Dingen, die Kaputtgegangenes ersetzen sollen, „erlaubt“ ist. Insgesamt kann ich sagen, dass ich, auch wenn ich schon viel bewusster kaufe als letztes Jahr und deutlich länger überlege, ob ich etwas wirklich brauche bzw. aufbrauchen kann, ich keineswegs frei vom konsumieren bin und mir diese bewusste Auszeit daher sehr gut getan hat. Sie hat meinen Blick deutlich auf das gelenkt, was ich bereits habe, hat mich kreativ werden lassen, wenn es darum ging, etwas aus bereits vorhandenen Sachen selber zu machen anstatt sie zu kaufen und mir ein bisschen Vorfreude zurück geschenkt. Diese Vorfreude auf eine bestimmte Sache oder ein Erlebnis, die oft fast genau so schön ist, wie die Sache selbst, geht durch impulshaftes Kaufen schnell verloren – ich sehe etwas, will es haben und kaufe es mir direkt – zumindest bei günstigeren Gegenständen heute eher Regel als Ausnahme für viele. Wenn ich einen Wunsch stattdessen auf eine Liste schreibe um zu schauen, ob ich ihn auch nach X Tagen oder Wochen immer noch will oder mir diesen Wunsch eine Weile aufhebe um ihn mir z.B. zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken zu lassen, komme ich zurück in dieses wunderbare Gefühl der Vorfreude, welches als Kind für die meisten so präsent war. Man hatte damals schließlich kein oder kaum eigenes Geld und musste sich fast alles längerfristig wünschen oder zusammensparen – dadurch hat man auch ganz genau überlegt, was man haben möchte und hatte oft Monate der Vorfreude in denen man von dem Spielzeug o.ä. träumen und sich darauf freuen konnte, bevor es dann soweit war. Die Konsumauszeit kann daher eine Möglichkeit sein, das Erfüllen von Wünschen bewusst hinauszuzögern und sich  dadurch selbst Vorfreude und besondere Wertschätzung für das lang Erwartete zu schenken.

Kreativ wurde ich im Rahmen der Konsumauszeit im Bezug auf die Weihnachtsdeko – ich habe zum ersten Mal einen Adventskranz aus Tannenzweigen, die ich im Park gesammelt habe, selbst gebunden. Die Kerzen habe ich aus alten Wachsresten, ätherischem Öl und Pigment, selbstgemachtem Docht aus Baumwollgarn und kleinen Gläschen bzw. leeren Klorollen als Form selbst geschmolzen und gegossen. Gar nicht so leicht und meine ersten Versuche sind noch weit weg von perfekt – aber fürs erste Mal bin ich sehr zufrieden – was meint ihr? Aus den restlichen Ästen habe ich einen Weihnachtszweig gebunden und mit meinem Weihnachtsbaumschmuck dekoriert – so sehr ich Weihnachtsbäume ja liebe, sie sind einfach nicht wirklich nachhaltig und dieser Zweig ist daher eine sehr schöne Alternative für mich. Für den Adventskalender für meinen Freund habe ich die gleichen Tütchen befüllt wie letztes Jahr – vieles hatte ich schon vorab besorgt und während der Konsumauszeit vor allem mit Gutscheinen – z.B. für selbstgemachte Crêpes zum Frühstück oder eine Nackenmassage – ergänzt. Ich finde es sehr schön, dass ich es geschafft habe, mit dem zu dekorieren, was ich bereits hatte oder was ich aus kostenlosen Naturmaterialien und alten (Wachs)resten selber machen konnte. In dieser Deko steckt jetzt sehr viel Arbeit, Liebe und Zeit, die ich ihr gewidmet habe und das macht es für mich direkt noch mal viel schöner und wertvoller. Nachhaltiger und müllfrei ist es dadurch sowieso – ich kann euch an der Stelle nur empfehlen, selbst mal Kerzen zu gießen, es gibt dazu viele tolle Anleitungen im Internet und es ist eine schöne Möglichkeit, Reste aufzubrauchen, die viele Ressourcen gekostet haben – Kerzen bestehen in der Regel aus Erdöl, es sei denn sie sind aus Bienenwachs oder anderen Wachsen. In der Hinsicht macht Upcycling absolut Sinn.

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Insgesamt kann ich sagen, dass die Konsumauszeit wieder eine schöne, sehr persönliche und nachhaltige Erfahrung für mich war, war sie auch ganz anders als letztes Jahr, wo ich sie viel herausfordernder empfand – ich bin froh, inzwischen bereits an einem anderen Punkt angekommen zu sein und bin gespannt, wie das nächstes Jahr sein wird. Für mich steht fest, dass ich nächstes Jahr gerne wieder eine Konsumauszeit machen will, ich freue mich schon darauf.

Habt weiterhin eine schöne Adventszeit, wir lesen uns bald.

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2 Antworten
  1. Tine
    Tine says:

    Hallo Romy,

    zunächst mal mein Mitgefühl für den familiären Trauerfall und gute Besserung für dein Zahnproblem :/
    Und selbstverständlich alles Liebe nachträglich zum Geburtstag! 🙂 Hoffentlich konntest du dir trotz allem einen schönen Tag machen. Es ist auch schön, wieder einen Beitrag von dir zu lesen.
    Besonders dein Artikel zum inneren und äußeren Minimalismus hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Besonders die Aspekte Leistung und Zeitmanagement. Im Studium habe ich grade auch wieder ein paar sehr anstrengende, zeit- und energiefressende Wochen hinter mir, wo eine hochpriorisierte Aufgabe die nächste jagte (oder besser gesagt alle gleichzeitig erledigt werden wollten). Das hat mich wieder mal ins Grübeln gebracht, ob ich das Richtige mache. Und dann häng ich fest. Stress blockiert. Und da ich in solchen Situationen dann mehr mit Gestresst-sein als mit der eigentlichen Arbeit beschäftigt bin, bleibt alles andere liegen. Aufgrund von zu viel Stress bin ich auch bereits aus mehreren Situationen meines früheren Arbeits-/Werdegangs ausgebrochen. Nur frag ich mich dann, wann es einfach genug ist, um den Schlussstrich zu ziehen. In der Vergangenheit war es bereits öfter so weit. Im Moment ist es eher phasenweise der Fall und hab mich zumindest jetzt diese Woche dafür entschieden, mir die lange Bahnfahrt zur Uni zu sparen, wenn es möglich ist (bei den Vorlesungen geht das meistens, bei den Seminaren ist es etwas schwieriger). Dafür arbeite ich zu Hause das nach, was liegengeblieben ist und fühl mich weniger unter Druck gesetzt. Und zu viel Druck tut einfach nicht gut, obwohl einem der NC für den Masterplatz doch irgendwie ziemlich im Nacken sitzt… Von daher freu ich mich wirklich für dich, dass du dich gegen eine Vollzeitstelle und für eine reduzierte Stundenzahl entscheiden konntest.

    Die Konsumauszeit ist wirklich eine wunderbare Gelegenheit, um sich bewusst zu machen, was man wirklich braucht oder möchte. Deine Idee mit der Liste, welche im Prinzip die Dringlichkeit der Wünsche dokumentiert, ist super – es gibt ja genug Dinge, bei denen man sich denkt, dass man es direkt haben muss und nach ein paar Tagen weiß man schon nichts mehr davon^^ Die selbstgemachten Adventskerzen finde ich (genauso wie der Kranz) toll 🙂 und von wegen „weit weg von perfekt“ – die haben Charakter 😉 Als Kranz habe ich seit Jahren einen geflochtenen aus Zweigen (leider nicht selbstgemacht), den ich auch nicht mehr missen möchte. Für meinen Freund häng ich jedes Jahr den Adventskalender auf, den ich schon als Kind hatte – d.h. der ist vermutlich schon 25 Jahre alt und es fehlen einige Zahlen, aber es sind noch alle Säckchen dran.

    Eine schöne restliche Adventszeit noch!
    Liebe Grüße
    Tine

    Antworten
  2. Sarah
    Sarah says:

    Hi Romy,
    Alles Liebe zum Geburtstag nachträglich 🙂 Ich finde es echt stark von dir, dass du dir trotz Trauerfall in der Familie und kräftezehrender gesundheitlicher Malesten die Zeit nimmst, einen Artikel zu schreiben! In dem Zusammenhang wünsche ich dir ganz viel Kraft und dass es dir bald wieder besser geht, damit du die ruhige Weihnachtszeit und die Rauhnächte genießen kannst. Mir wurden letzte Woche zwei Weisheitszähne entfernt (und im Januar dann die anderen beiden), daher fühle ich mit dir.

    Dein Kranz und der weihnachtliche Zweig sind doch richtig schön geworden! Die Idee mit den Kerzen finde ich super. Ich mag selbstgemachte Deko aus Naturmaterialien sehr gern, das ist einfach persönlicher und das Basteln macht Spaß, vor allem wenn man alten Dingen neues Leben einhauchen kann, wie mit den alten Wachsresten.

    Echt cool, wie man sich bezüglich Minimalismus immer weiter entwickelt. Wenn man vergleicht, wie man Dinge früher gehandhabt hat, fällt einem deutlich auf, wie sehr man sich teilweise schon in seiner Einstellung und dem Verhalten verändert hat. Auch gerade jetzt zu Weihnachten, wo alle beim Geschenke kaufen sind. Es entspannt so sehr, wenn man dem ganzen Konsumwahn abgeschworen hat, oder nur noch gezielt Dinge kauft, bzw. vieles selbstmacht oder statt einem „Ding“ eine Unternehmung, gemeinsame Zeit etc. verschenkt.

    Ich wünsche dir auch eine schöne Adventszeit und dass hoffentlich bald ruhigere Tage für dich anbrechen!

    Antworten

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