Leben ohne Zucker? Mein Selbstversuch

Hallo liebste Leserinnen und Leser.

Ich melde mich mal wieder aus der Versenkung. Im Moment arbeite ich im Hintergrund ein wenig an der Aufmachung und dem Design meines Blogs, was allerdings noch ein paar Tage dauern wird. Mein Freund hat nämlich ein eigenes WordPress Theme entwickelt, was viele Monate harte Arbeit bedeutet hat und jetzt ist es fast fertig. Natürlich bin ich ganz stolz auf ihn und möchte das Theme jetzt selbstverständlich auch für meine eigene Webseite verwenden. (Übrigens ist das Theme in der Basisversion kostenlos, falls ihr für euren WordPress Blog oder eure Seite noch nach einem Theme sucht).

Vielleicht bringt mir der Tapetenwechsel ja auch den nötigen frischen Wind um mal wieder ein bisschen regelmäßiger zu bloggen, wer weiß 😀

Heute soll es jedoch um ein ganz anderes Thema gehen, nämlich Zucker. Ich führe da im Moment so ein kleines Selbstexperiment durch und möchte den Blog gerne als Tagebuch nutzen, um zu berichten, wie es mir so ergeht – ohne Zucker.

Heute habe ich schon seit etwas über 8 Tagen keinen Zucker mehr gegessen. Als ich mich, recht spontan (wie das bei mir meistens bei solchen „Lifestyle“ Veränderungen/Experimenten läuft) entschieden habe, es einfach mal für eine Weile komplett ohne Zucker zu verzichten, war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt so lange schaffen würde. Aber jetzt sind 8 Tage vorbei und es war dann doch deutlich einfacher, als gedacht.

Warum überhaupt auf Zucker verzichten?

Dass Zucker nicht gesund ist, weiß vermutlich jeder, nur blendet man das im Alltag gerne aus, weil das eigene Essverhalten sonst in den meisten Fällen nicht so weitergeführt werden könnte. Ich war da keine Ausnahme. Ich liebe Zucker, Süßigkeiten, Kakao, Kuchen, Cookies usw. Zucker ist geil. Ist ja auch ganz klar, dass wir das so empfinden, unser Gehirn ist darauf programmiert, Zucker zu lieben. In den Anfangstagen der Menschen waren die Kalorien, die so in der Natur herumspazierten nämlich rar und süßer Geschmack deutete immer schon auf „viel Kalorien“ hin und war für unsere Vorfahren somit sehr wertvoll. Biologisch macht es also total Sinn, dass wir Zucker lieben. Nur ist Zucker heute eben eine absolut übermäßig verwendete Massenware und wir nehmen viel, viel mehr zu uns, als unser Körper braucht (eigentlich braucht er gar keinen Zucker, der liefert außer Kalorien nämlich nix) und auch verwerten kann. Das führt zu diversen Krankheitsbildern wie Diabetes, Fettleber, Karies usw. bzw. deutlich erhöhten Risiken für diese.

Sehr empfehlen kann ich euch dazu bei Interesse die Doku „Voll Verzuckert – That Sugar Film“. Der Film zeigt sehr unterhaltsam, wie extrem Zucker in unserer Gesellschaft verankert ist und wie schlimm das sein kann. Auf Youtube ist er nicht zu finden, aber auch dort gibt es viele interessante Dokus, z.B. die der öffentlichen Sender, zu dem Thema.

Warum möchte ich persönlich auf Zucker verzichten?

Ich weiß, dass ich zu viel Zucker esse und ich weiß auch, dass Zucker süchtig macht, im Gehirn spricht es ähnliche Bereiche an wie z.B. Kokain. Es erscheint mir daher sinnvoll, zumindest für eine Weile ganz darauf zu verzichten, damit ich sowohl körperlich als auch psychisch entgiften kann. Den Zucker einfach nur zu reduzieren würde für mich nicht funktionieren, zumindest im Moment noch nicht. Zum einen erhöht Zucker den Blutzuckerspiegel im Blut, was einem im ersten Moment ein „Sugarhigh“ gibt, danach fällt der Spiegel aber deutlich unter das ursprüngliche Level und man fühlt sich oft müde, schlapp, schlecht gelaunt usw. Also muss neuer Zucker her. Das ist eine Endlosspirale, vor allem so lange man physisch und psychisch noch so auf Zucker getrimmt ist. Ich jedenfalls konnte mir eine Tafel Schokolade noch nie gut einteilen. Ich will also herausfinden, wie es mir ohne Zucker geht. Was macht das mit mir? Wird es mir dadurch besser gehen, werde ich mich fitter fühlen?

Für mich ist das Experiment auch aus gesundheitlichen Gründen sehr interessant. Ich habe chronisch entzündete Nasennebenhöhlen und war daher in den letzten Jahren sehr oft und auch sehr lange krank. Zucker ist nachweißlich nicht förderlich fürs Immunsystem, im Gegenteil, es kann sogar Entzündungen im Körper fördern und mein Immunsystem ist im Moment einfach für die Tonne. Zudem habe ich seit 1-2 Jahren eine (zum Glück nur leichte) Rosacea an den Wangen, auch das ist eine Form von Entzündung. Ich bin also sehr gespannt, ob ich meine Gesundheit durch Zuckerverzicht langfristig verbessern kann, ich würde es mir sehr wünschen.

Nie wieder Zucker?

Wie lange ich den Zuckerverzicht durchziehen werde und wie es danach weitergeht, kann ich noch gar nicht so genau sagen. Ich kann mir im Moment noch nicht vorstellen, auf ewig komplett zuckerfrei zu leben. Das würde sich schon wie eine sehr starke Einschränkung einfühlen und das würde auf Dauer für mich vermutlich auch einfach nicht funktionieren. Ich backe z.B. einfach so unglaublich gerne, wie ihr ja wisst. Meine momentane Vorstellung wäre, dass ich auch nach der kompletten Abstinenz weitgehend zuckerfrei bleibe, mir aber an manchen Tagen (vielleicht 1x in der Woche?) bewusst auch mal etwas Süßes gönne, z.B. etwas selbstgebackenes oder ein Eis <3

Zucker war vor wenigen hundert Jahren noch eine Delikatesse, die man sich zu besonderen Anlässen gönnte, die aber im Alltag der Menschen keine große Rolle spielte, so dass die Menschen auch keine Mengen zu sich nahmen, die gesundheitsschädlich waren. Zu so einem Level würde ich persönlich gerne zurück finden, wie auch immer ich das dann letztendlich umsetzen werde. So viel Zucker wie bisher möchte ich auf keinen Fall mehr essen, aber ganz ohne, für immer, ist mir dann auch zu hart.

Wie läuft es bisher?

In der letzten Woche hatte ich an ein paar Tagen leichte Kopfschmerzen, an manchen habe ich mich nicht so ganz fit gefühlt, aber insgesamt geht es mir ganz gut. Ich hatte an einigen Tagen außerdem mehr Hunger als sonst, nicht unbedingt auf Zucker, aber generell. Ob die Kopfschmerzen vom Zuckerentzug kommen, weiß ich nicht, möglich wäre es. Psychisch ist es nicht so hart wie erwartet, aber auch nicht komplett ohne Anstrengung. In sozialen Situationen, in denen alle um dich herum munter Zucker futtern und die Süßigkeiten direkt vor dir auf dem Tisch liegen, ist es wirklich eine reine Disziplinsache, Nein zu sagen. Denn dein Kopf will das Zeug, das ist ganz klar. Wenn man es dann aber schafft, standhaft zu bleiben, ist man auch ganz zurecht ein bisschen Stolz.

Eine Veränderung, die ich bereits deutlich spüre ist ein veränderter Geschmackssinn. Ich verzichte ja nicht auf Lebensmittel, die von Natur aus Zucker enthalten, wie z.B. Tomaten. Gestern habe ich eine frische Tomatensauce gekocht, natürlich ganz ohne zugesetzten Zucker, und sie kam mir tatsächlich süß vor – nicht unangenehm süß, aber dennoch deutlich spürbar. Mein Freund empfand die Sauce hingegen eher als leicht säuerlich.  Ich bin gespannt, was mit meinen Geschmacksnerven passiert, wenn ich noch länger auf Zucker verzichte.

Ich weiß noch nicht, wie lange ich das Experiment jetzt fortführen werde, ich würde es gerne mindestens auf insgesamt 4 Wochen schaffen, noch lieber wären mir allerdings 6 oder 8 Wochen. Ich bin da erstmal offen und schaue, wie es sich entwickelt.

Seit ihr auch Zuckerjunkies oder mögt ihr es sowieso lieber herzhaft? Habt ihr auch schon mal über euren Zuckerkonsum nachgedacht? Ich versuche, euch nächste Woche ein Update zu geben, wie die zweite zuckerfreie Woche so lief.

Habt einen schönen Tag!

 

*Die Fotos sind von Pexels

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