Minimalistischer Wochenrückblick KW42

*Hust* *Schief* Mich hat schon wieder die Seuche erwischt! Dieses Jahr habe ich mit meinem Immunsystem leider echt zu kämpfen und fange mir gefühlt alle 1,5-2 Monate irgendwas ein. Dieses Mal war es aber zum Glück „nur“ eine dicke Erkältung und so war ich die ganze Woche über zwar angeschlagen, aber nicht komplett außer Gefecht gesetzt.

Diese Woche ging das große Aussortieren weiter. Ich habe mich dieses Mal sogar an mein heiligstes Regal begeben und einige Brettspiele und Rollenspielregelwerke aussortiert. Das tat mir doch ein bisschen weh. Aber jetzt, nachdem ich ein paar Bücher und Spiele aussortiert habe, die einfach nicht zu meinen Lieblingen zählten, ist wieder mehr Platz und ich freue mich über den losgewordenen Ballast. Nur verkaufen muss ich das Zeug noch – das schiebe ich immer gerne einige Tage vor mir her, wenn ich es nicht über Rebuy und co mache, sondern einen zwar gewinnversprechenderen, aber eben auch zeitintensiveren Weg wähle.

Später in der Woche habe ich mich außerdem an diverse Kisten begeben, die auf und unter einem Regal sowie auf unserem Kleiderschrank standen und in denen ich allerlei Postkarten, Rechnungen und Deko, Wolle und Stoffe für Handarbeitsprojekte und vieles mehr aufbewahrt habe. Später ging ich dann noch unsere Kiste mit Schals, Mützen und Handschuhen durch und habe gefühlt knapp die Hälfte weggegeben, auch einige Schuhe habe ich wieder aussortiert. Insgesamt konnte ich mehrere Kisten voll mit Dingen gehen lassen und die übrig gebliebenen Sachen danach ein wenig kompakter verstauen. Super minimalistisch ist das alles noch nicht, wie auch immer man das definiert, aber ich bin fürs erste zufrieden. Ich habe einen Überblick über die Sachen, die ich behalten habe, habe sie gut organisiert wegpacken können und schon wieder ein ganzes Stück geschafft.

Zum ersten Mal habe ich übrigens eine „Free Your Stuff“ Facebook Gruppe genutzt um ein Paket mit vielen alten Stoff- und Wollresten loszuwerden. Die Sachen wegzuschmeißen hätte ich nicht übers Herz gebracht und verkaufen kann man so etwas auch nicht mehr. Da hier im Rheinland ja nicht nur Halloween, sondern auch Karneval naht und viele bunte Stoffe dabei waren, dachte ich, vielleicht findet sich jemand, der damit Kostüme machen will oder ähnliches. Und tatsächlich erhielt ich schon 5 Minuten später die erste „Nehm ich!“ Nachricht und es wird heute Nachmittag abgeholt. Ich freue mich, wie gut das geklappt hat.

Es zeigte sich übrigens auch mal wieder eindrücklich mein früheres Chaos und wie wenig Überblick ich eine Zeit lang darüber hatte, wo meine ganzen Sachen sind. In einer alten Weihnachtskarte, die ich seit Jahren nicht mehr abgefasst habe fand ich noch 80€. Wie gut, dass ich alle alten Karten vor dem Entsorgen immer noch mal durchschaue. Ich hatte im ganzen Wohnzimmer übrigens mindestens 4 Plätze, an denen sich alte Karten und Briefe fanden. Kein Wunder, dass ich nie etwas gefunden habe. Jetzt ist ein großer Teil weg und das, was ich als Erinnerungen aufhebe in einer Box verstaut.

Insgesamt habe ich mich diese Woche von meinem ganzen Besitz, der trotz bereits unzählbar vielen bereits weggegebenen Kartons und Tüten immer noch extrem groß ist, ziemlich erschlagen gefühlt. Ich hatte zwischendurch den Eindruck ich sortiere und entsorge, verkaufe und verschenke und es wird trotzdem nicht weniger. Natürlich ist dem nicht so. Es hat sich schon sehr, sehr viel getan und man kann das, was man über Jahrzehnte ansammelt einfach nicht von heute auf morgen alles loswerden. Da hat es mir gut getan mich mehr auf das zu fokussieren, was ich bereits alles geschafft habe anstatt auf das, was noch vor mir liegt. Mir geht es dabei einfach oft nicht schnell genug, am liebsten würde ich nur mit dem Finger schnipsen und hätte sofort die perfekte minimalistische Wohnung, in der sich nur Sachen befinden, die ich tatsächlich brauche und will. Aber dieser Frust tritt zum Glück nur phasenweise auf und dann sehe ich wieder, wie viel ich jede Woche schaffe und wie gut es auch ist, dass ich für das ganze Aussortieren eine Weile brauche, da ich in diesem Prozess eine Menge über mich selber und mein Konsumverhalten lerne. Nachhaltige und wirksame Veränderungen brauchen eben Zeit und Geduld.

Diese Woche gab es außerdem wieder neues Lesefutter aus der Bibliothek, darunter „Habenwollen“ von Wolfgang Ulrich, welches ich mir als erstes vorgenommen habe. Es ist kein Buch, was man mal so nebenbei lesen kann, sondern sehr tiefgehend und es erfordert dementsprechende Konzentration, die mein verschnupfter Kopf diese Woche nicht an jedem Tag aufbringen konnte. Es ist aber unheimlich interessant und stößt in mir viele Gedanken an.

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(Kleiner Einblick in meinen aktuellen Stand: Hinter dem Sessel seht ihr das Bücherregal. Früher hatte ich fast 4 davon voll mit Büchern. Das ist alles, was übrig blieb. Ich finde es immer noch viel zu viel und werde nach und nach weiter reduzieren. Hinter dem Sessel verstecken sich ein paar Stofftaschen voll mit aussortieren Büchern, die ich nächste Woche zum offenen Bücherregal bringen will.)

Außerdem ist in der ganzen Ausmisterei doch mal wieder etwas „neues“ bei uns eingezogen. Ein ganz wunderbarer antiker Sessel aus grünem Samt. Ich habe ihn bei Ebay Kleinanzeigen entdeckt und mich sofort verliebt. Zudem war er sehr erschwinglich, ist super erhalten und total bequem. Dafür flog ein ganz alter Sessel, der noch ein Überbleibsel aus meinem Jugendzimmer war, raus und wurde verschenkt. 20 Minuten mit einem „Zu Verschenken“ Zettel dran vor die Haustüre gestellt und schon war er weg. Das geht hier bei uns in der Straße erstaunlich gut. Ich vermute, es liegt unter anderem daran, dass in der Straße sehr viele Studenten wohnen, die ständig ein und ausziehen. Ein paar neue Möbel für die erste WG Küche werden daher immer gerne genommen. Einen weiteren Sessel haben wir auseinandergeschraubt und platzsparend im Keller verstaut. Da muss sich noch zeigen, ob wir ihn behalten oder irgendwann weggeben werden, ich tendiere eher zu letzterem. Somit haben wir noch 2 Sessel in der Wohnung, was voll und ganz reicht. Besonders freut mich auch, dass immer und immer mehr Möbelstücke in unserer Wohnung Second Hand sind. Ich würde wohl nur noch neue Möbel kaufen wollen, wenn es gar nichts passendes gebraucht gibt. Gebrauchte Möbel sind natürlich nicht nur sehr viel umweltfreundlicher, weil sie Ressourcen sparen, man bekommt oft auch für sehr viel weniger Geld sehr viel hochwertigere Teile. Außerdem mag ich es, wenn Gegenstände Geschichten erzählen. Der neue Sessel ist aus dem Nachlass einer alten Dame und wurde von seinen Vorbesitzern nur ungerne und aus Platzgründen hergegeben. Einem Möbelstück, was schon früher geliebt und gepflegt wurde ein neues zu Hause zu geben ist für mich etwas ganz tolles.

Und damit wünsche ich dir einen schönen Start in die neue Woche!

Ein Besuch auf der SPIEL 2016 oder auch „Minimalismus VS Sammelleidenschaft“

Am Donnerstag war ich mit den liebsten Freunden zum vierten Mal in Folge auf der Brettspiel Messe in Essen. Das ist so ein Ereignis, auf das ich mich das ganze Jahr über freue. Es gibt so viel zu sehen, auszuprobieren – und natürlich auch zu kaufen. Die letzten Jahre war mein Konsumverhalten noch ziemlich anders als heute, denn mit Minimalismus beschäftige ich mich erst seit Anfang diesen Jahres. Dazu werde ich ein anderes Mal auch noch mal genauer erzählen.

Früher war mein Kaufverhalten ziemlich ausladend bis leicht wahllos. Meine Mama beschrieb es letztens mit den Worten „Wenn du früher Geld hattest, hast du immer sofort überlegt, wofür du es ausgeben kannst“. Und das kann ich nicht wirklich abstreiten. Das ich am Monatsende mal etwas übrig hatte, was ich hätte sparen können, war extrem selten – ins Minus bin ich aber nie gegangen. Seit diesem Jahr konsumiere ich enorm reduziert und deutlich seltener und lasse zudem auch noch ständig alte Sachen los und sortiere aus.

Auf der SPIEL habe ich die letzten Jahre immer ziemlich gut zugeschlagen. Dort ist man als kleiner Nerd für Brettspiele, Comics, Rollenspiele und alles was so dazu gehört aber auch im absoluten Paradies. Es gibt tolle Sachen wo man nur hinsieht, Sonderangebote, hier und da eigentlich längst vergriffene Schätzchen usw. Deswegen habe ich mich in den letzten Tagen ständig gefragt, wie das für mich dieses Jahr auf der SPIEL wird. Sehe ich die ganze Messe mit anderen Augen? Falle ich in alte Kaufmuster zurück oder kaufe ich gar nichts? Wird es mir ohne Bereitschaft so viel zu kaufen wie der Geldbeutel hergibt überhaupt noch Spaß machen?

Dieses Jahr war es dann so, dass ich etliche Stunden über die Messe gelaufen bin, ohne auch nur eine einzige Sache zu kaufen. Letztes Jahr hatte ich nach 5 Minuten schon knapp 100€ für drei Brettspiele ausgegeben – was sogar ziemlich dämlich war, da die Brettspiele schwer waren und ich sie die nächsten 7 Stunden mitschleppen musste. Dabei hätte ich sie auch am Ende kaufen können, sie waren nämlich in Massen vorhanden. Aber mein Gehirn sagte mir damals „OMG! Die willst du unbedingt haben! Kauf sie SOFORT!“ Und bei diesem Kauf blieb es natürlich nicht. Insgesamt habe ich letztes Jahr 8 Brett- oder Kartenspiele und 2 kleine Rollenspiel Regelwerke gekauft. Und davon spiele ich bis heute nur zwei wirklich gerne, die anderen waren eher überspontane Fehlkäufe bzw. überzeugten mich dann doch nicht so wie erwartet.

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Das wollte ich dieses Jahr auf jeden Fall vermeiden und obwohl ich ein bisschen eingekauft habe, lief das ganz gut. Direkt zum Anfang der Messe entdeckte ich einen Stand von Chaosium, dem amerikanischen Verleger des „Call Of Cthulhu“ Rollenspiels. Dieses Rollenspiel ist mein absoluter Liebling und das Einzige, von dem ich immer noch sage, dass ich es sammle (allerdings habe ich inzwischen absolut kein Bestreben mehr, alles davon zu besitzen, was auch besser ist. Das Rollenspiel gibt es seit über 30 Jahren und sowohl auf deutsch als auch auf englisch sind viele hundert Bücher erschienen). Dort entdeckte ich dann die Kampagnen Box „Horror on the Orient Express“, eine DER Abenteuer Kampagnen für Cthulhu überhaupt – in absolut liebevoll gemachter Neuauflage. Diese Box will ich seit etwa einem Jahr haben. Und noch dazu war sie auf der Messe so günstig, wie ich sie sonst noch nie gesehen hatte. Sonst kostete sie ca. 30-40€ mehr (ja, solche Boxen sind teuer). Ich war absolut versucht, habe die Box aber erst mal liegen lassen und noch viele weitere Stunden einfach nur geschaut und zwei Brettspiele mit den Freunden zusammen angetestet. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich auf dieser Messe außer dieser Box heute wahrscheinlich so gut wie nichts kaufen wollen würde. Es gab viele tolle Spiele zu sehen, wahrscheinlich hätte ich an 90% davon Spaß – aber immer mehr habe ich jetzt auch kritisch auf die Spiele geschaut, die mich interessierten und überlegt, ob ich sie denn auch wirklich spielen würde. Immerhin habe ich zu Hause schon eine große Sammlung, in der auch viele Spiele darauf warten, mal wieder (und auch mal mehr als 1x) gespielt zu werden. So viel Zeit habe ich dafür ja eben leider auch nicht. Viele Spiele gleichen sich von ihrem Spielsystem auch sehr und auch wenn mich vieles interessierte, gab es da nichts, was mich so begeistert hätte, dass ich es direkt mitnehmen wollte.

Ich kehrte also nach Stunden zum Chaosium Stand zurück, durfte mir die Box dann sogar ganz genau anschauen, wurde immer begeisterter, bekam gesagt, dass ich beim Kauf sogar auch noch die PDFs dazu bekommen würde (für die zahlt man sonst auch noch mal ganz schön was) – kurzum, ich habe sie dann gekauft. Und ich bin enorm glücklich damit. Für mich heißt Minimalismus auch absolut nicht, nie wieder etwas kaufen, sondern eher, mir meine Wünsche genau anschauen, prüfen, ob sie bleiben oder nur flüchtig sind, ob ich dafür etwas anderes gehen lassen kann, damit ich nicht immer mehr und mehr Dinge habe usw. Diese Box ist für mich etwas ganz besonders, was ich schon seit tatsächlich einem Jahr gerne haben wollte. Pen and Paper Rollenspiele sind zudem sogar noch knapp vor Brettspielen mein allerliebstes Hobby. Ich bin daher sehr glücklich mit der Kaufentscheidung. Und da Rollenspielbücher mit den Jahren erfahrungsgemäßg massiv im Wert steigen, hätte ich auch absolut keine Schwierigkeit, sie irgendwann wieder zu verkaufen, falls sich meine Interessen ändern sollten oder ähnliches. Jetzt freue ich mich auf jeden Fall erst mal wie ein kleines Kind über die Box.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir die Messe mit einem minimalistischen Blick auf die Sache genau so viel Spaß gemacht hat wie früher – vielleicht sogar noch mehr. Ich habe mir etwas gekauft, was wirklich ein Herzenswunsch war und sonst habe ich mir einfach Zeit genommen, mir alles genau anzuschauen und zwei Spiele direkt vor Ort am Herstellerstand ausprobiert und in einem Fall sogar mit dem Entwickler plaudern können, wofür ich mir in den letzten Jahren kaum Zeit genommen und mich mehr aufs kaufen fokussiert habe. Insgesamt habe ich dort 110€ für drei ausgewählte Sachen ausgegeben – für die Box, ein weiteres kleines Buch am selben Stand, welches aber deutlich günstiger war und ein Poster, ebenfalls von Cthulhu, welches ich unbedingt aufhängen möchte. Es gab bis auf das 5€ Poster keinen Spontankauf und ich habe in den letzten Jahren vermutlich bei jedem Besuch das 2-3 Fache an Geld dort gelassen und war danach keineswegs zufriedener mit meinen Einkäufen, eher weniger sogar.

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Der Vollständigkeit halber muss ich noch erwähnen, dass ich mir dann zu Hause noch über Kickstarter das Brettspiel von „This War Of Mine“ vorbestellt habe, auch auf dieses freue ich mich schon seit Monaten. Wir hatten es auf der Messe mit dem Entwickler gemeinsam spielen können und es hat mich absolut überzeugt. Es ist aber noch in der Produktionsphase und man konnte es dort daher noch nicht kaufen, sondern nur online vorbestellen. Ich weiß genau, dass ich nichts vergleichbares habe und genau so weiß ich auch schon, welches weniger geliebte Brettspiel ich dafür gehen lassen kann, so dass meine Sammlung dadurch nicht immer weiter wachsen wird.

Die SPIEL wird auch in den kommenden Jahren etwas bleiben, worauf ich mich immer wieder freue und meine minimalistische Entwicklung nimmt mir keineswegs die Freude an der ganzen Sache, sie ändert es für mich sogar in eine positivere Richtung. Ich werde mir meine liebsten Hobbys natürlich nicht wegminimalisieren und dementsprechend hier und da immer wieder neue Spiele oder Bücher kaufen, aber ich merke schon jetzt, wie ich über den Kauf deutlich länger und bewusster nachdenke und mich dann eher für ein paar wenige ausgewählte Sachen entscheide, die dann auch keine Spontan- bzw. Fehlkäufe sind, sondern Dinge, die ich ganz besonders schätze. Und wie ich zeitgleich auch so viele andere Dinge loslasse, weggebe, verkaufe, dass 2 oder 3 neue Sachen dann auch kein Problem für mich sind.

Das so zu meinen wirren Gedanken am Morgen nach der SPIEL. Falls ihr in der Nähe von Essen wohnt – sie geht noch bis Sonntag und ist einen Besuch wert. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Willkommen auf „zu den wurzeln“

Schön, dass du hergefunden hast. Dieser Blog ist für mich ein Neustart, ein neues Projekt und ein neuer Weg meine Gedanken mit der Welt zu teilen. In den letzten Jahren habe ich mal mehr und mal weniger regelmäßig auf veganwitch.de und auf zimtundzombies.de gebloggt – über Veganismus, (Natur)Kosmetik, Comics und Filme, habe meine Fotos und Rezepte geteilt und vieles mehr. Im letzten Jahr hat sich bei mir im „echten Leben“ viel getan. Ich habe mich verändert, meine Prioritäten und Interessen haben sich verändert bzw. verlagert und so fühlten sich diese beiden Blogs schon länger nicht mehr so ganz passend an. Ich hatte sehr oft weder Zeit noch Motivation, sie zu pflegen. Seit einiger Zeit wächst in mir aber immer stärker der Wunsch, wieder zu bloggen. Und das am besten auf einer ganz frischen und unberührten Seite, die ich nach und nach neu gestalten kann. Ich möchte viele Themen, die ich auch schon vorher behandelt habe mitnehmen, aber auch einige zurück lassen und neue hinzufügen. Veganismus bzw. vor allem vegane Koch- und Backrezepte werden sicherlich weiterhin immer mal wieder ihren Weg auf diese Seite finden, aber der Schwerpunkt des Blogs wird nicht mehr bei diesem Thema liegen. Der Wechsel von einem bereits bestehenden Blog hin zu einer ganz neuen Seite mag daher nicht unbedingt notwendig erscheinen, für mich fühlt es sich so aber besser, aufgeräumter an. Und gerade das Thema „loslassen“ ist ja im Bereich Minimalismus ein besonders wichtiges.

Dieser Blog soll daher ein Abbild diverser Themen sein, mit denen ich mich beschäftige. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung hin zu einem minimalistischen, reduzierten Leben ohne überflüssige materielle Güter und ohne unkritischen Konsum. Genauso gehört für mich dazu der Versuch, nachhaltig und umweltfreundlich zu leben. Durch vegane Ernährung, durch regionale, saisonale und biologische Lebensmittel, durch Verzicht auf überflüssige (Plastik)verpackungen, wo möglich. Durch den Verzicht auf unnötige, industrielle Kosmetik und Putzmittel und die Suche nach guten und praktikablen Alternativen sowie der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln – in meinem Fall vor allem durch mein Engagement bei Foodsharing e.V. Um diese Themen wird es also vorrangig gehen, ich werde meine Gedanken, Fortschritte und Experimente dazu mit euch teilen und freue auf Austausch und Diskussionen 🙂

Für mich passen all diese Themen so gut zusammen, weil sie für mich in ihrem Kern die selbe Motivation tragen: Mit den Ressourcen unserer Erde achtsam umzugehen, der Umwelt, anderen Menschen und den Tieren durch mein Verhalten und meinen Konsum so wenig wie möglich zu schaden und auch für mich selbst und meine körperliche und seelische Gesundheit das Beste zu tun: Der Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben, auf die Menschen, die mir wichtig sind, Zeit für mich, Zeit in der Natur, gesunde Ernährung usw.

Da das aber nicht alles ist, was mich so beschäftigt, wird es hier hin und wieder auch um andere Dinge gehen. Ich bin in meinem Herzen ein ziemlicher (in Ermangelung eines besseren Wortes) Nerd und verbringe meine Freizeit am liebsten damit, mit Freunden Pen and Paper oder Brettspiele zu spielen, Computerspiele zu zocken, Horror- oder SciFi-Filme und Serien zu schauen, zu lesen oder Musik (Ich bin ein Metalhead) zu hören. Außerdem fotografiere ich sehr gerne. Auch wenn der Fokus des Blogs auf dem Thema Minimalismus/Nachhaltigkeit liegen wird, so werde ich vielleicht doch auch das eine oder andere mal über einen Film oder einen Comic plaudern – oder darüber, was es für eine Herausforderung ist, wenn man versucht, seinen Besitz zu reduzieren und zeitgleich ein ziemliches Sammler Gen vererbt bekommen hat und auf jeder Rollenspielconvention oder Brettspielemesse kurzzeitig dann doch wieder den Impuls hat ALLES zu kaufen, weil sicher alles super toll und großartig ist.

Lange Rede, kurzer Sinn – hier wird es bald wieder was zu lesen geben. Wie regelmäßig, das kann ich gerade noch nicht sagen, da ich seit diesem Jahr erstmals „so richtig“ berufstätig und nicht mehr hauptsächlich Studentin bin und der Blog eben nur eines von vielen Hobbys sein wird, für den ich mal mehr und mal weniger Zeit und Energie haben werde. Aber wie immer gilt – ich werde mir Mühe geben, eine gewisse Regelmäßigkeit aufrecht zu erhalten.

Und damit danke ich euch fürs vorbeischauen und lesen – bis ganz bald!

Vegane Pistazien-Zartbitter Cookies mit Meersalz

[Reupload von Veganwitch.de]

Diese Cookies schmecken tatsächlich genau so großartig, wie sie sich anhören <3 Beim zweiten Versuch habe ich das Rezept noch ein wenig optimiert und tatsächlich wunderbar weiche, saftige Cookies mit einem tollen, leicht salzigen Nachgeschmack hinbekommen, die nun auch im Gegensatz zu Versuch #1 optisch etwas hermachen. Definitiv eines meiner neuen Lieblingsrezepte, weil sie so schnell gemacht sind und die Kombination aus Schokolade, Pistazien und Salz einfach alles kann <3

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Für 24 Cookies brauchen wir:

350g Mehl
260g Zucker
125ml Sonnenblumenöl
1/2 TL Meersalz
80ml Sojamilch
2 Tl Backpulver
100g vegane Zartbitterschokolade
1 große Hand voll Pistazien (ohne Schale)
Meersalz zum Bestreuen

Die Pistazien schälen und zusammen mit der Schokolade grob hacken. In einer Schüssel alle anderen Zutaten zu einem Teig rühren und die Schokolade und die Pistazien hineinkneten.
Aus dem Teig 24 Bällchen formen und auf dem Backblech zu Cookies flachdrücken. Im vorgeheizten Ofen bei 185° ca. 20 Minuten backen (meine Cookies sind relativ groß geworden und mein Ofen ist schon etwas älter und hat nicht ganz so viel Power, wenn ihr kleinere Cookies macht oder einen leistungsstärkeren Ofen habt, müsst ihr die Zeit vielleicht etwas reduzieren).
Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und sofort jeden Cookie ganz vorsichtig mit einer kleinen Prise Meersalz bestreuen, die Teigoberfläche sollte dann noch etwas weich sein, sodass das Salz ein bisschen einziehen kann. Hierbei müsst ihr einfach schauen, wie salzig ihr es mögt, ich finde diesen salzigen Nachgeschmack der Cookies absolut genial <3

Viel Spaß beim Backen!

 

Vegane Haselnuss-Vanillekipferl

[Reupload von Veganwitch.de]
Vanillekipferl werden traditionell mit gemahlenen Mandeln gebacken – ich nehme in diesem Fall aber Haselnüsse – einfach, weil es genau so gut funktioniert und ich Haselnüsse liebe. Diese kleine Abwandlung hat gut geklappt und heraus kam dieses simple Rezept für etwa ein Blech voll Kipferl (bei mir waren es etwa 45 Stück)

Für den Teig:

  • 80g Dinkelvollkornmehl
  • 70 helles Dinkelmehl (ihr könnt den Teig natürlich auch komplett mit Vollkornmehl backen oder Weizenmehl nehmen, das ist letztendlich Geschackssache)
  • Das ausgekratzte Mark einer ganzen Vanilleschote (Trust me, das macht wirklich den Unterschied aus! Dieser fertig zu kaufende Vanillezucker ist meiner Meinung nach nix. Was noch ganz gut geht, ist selbst gemachter, der lange mit Schoten im Glas gelagert oder sogar mit ihnen vermahlen wurde – aber die Schoten sind unvergleichbar und lohnen sich wirklich – ich bestelle meine übrigens immer im Internet und zahle ca. 50 Cent pro Schote – das ist noch zu verkraften.)
  • 120g Alsan Margarine
  • 1 gestrichener Esslöffel Kartoffelmehl
  • 1 Prise Salz
  • 75g am besten frisch gemahlene (schmeckt einfach am besten!) Haselnüsse
  • 35g Puderzucker

Für das “Topping”:

  • Noch eine Vanilleschote
  • ~40g Puderzucker

Alle Zutaten für den Teig zusammen verkneten. Ich mache das mit den Händen, wenn ihr den Luxus einer Küchenmaschine habt, dann nehmt die. Aber auch mit den Händen ist das keine große Sache und in ein paar Minuten ist der Teig fertig und kann in eine Tupperdose gepackt werden (oder in Frischhaltefolie gewickelt werden, aber ich bevorzuge die Müll-freie Variante) und für eine Stunde im Kühlschrank schlafen.

In der Zeit kann man schon mal den Puderzucker für das Topping sieben und mit dem Mark der Vanilleschote gründlich verrühren.

Hat der Teig lange genug geruht, nehmt ihr euch immer ein Stückchen davon und rollt es, am besten auf einer bemehlten Unterlage zu langen „Würsten“, von denen ihr dann kleine Stückchen abschneidet und sie zwischen den Handflächen ebenfalls in „Würstchenform“ bringt und danach (z.B. mit Daumen und Zeigefinger) in die runde Kipferlform biegt. Die Kipferl landen dann alle auf einem Backblech (ich benutze immer Backpapier!) und kommen bei 175°C für etwa 12-13 Minuten bei Ober-&Unterhitze in den Ofen.

Wenn die Kipferl fertig sind, sollte man sie sofort mit dem Puderzucker-Vanille-Gemisch bestäuben. Ich mache das gerne mit einem sehr feinmaschigen Sieb. Danach kann man sich entweder direkt, wenn sie noch warm sind auf sie stürzen, weil sie natürlich genau jetzt am allerbesten schmecken und einfach darauf pfeifen, dass man gleich wahrscheinlich Bauchschmerzen haben wird. Man kann sie aber auch abkühlen lassen, in gut schließenden Tupper- oder Keksdosen aufbewahren und zu Weihnachten verschenken.

Das Formen der Kipferl ist ein wenig zeitaufwändig – ich hab´s mir dabei aber gestern Abend gemütlich gemacht und das Backblech einfach mit ins Bett genommen und dabei auf Netflix “Morgen Findus wird´s was geben” geschaut. 😀 Der Rest des Rezeptes ist aber super easy und man bekommt wirklich super leckere Kipferl dabei heraus, die durch den recht hohen Anteil an hochwertiger Vanille und die Haselnüsse wirklich ganz toll und intensiv schmecken.

DIY Orangen-Reiniger – Günstig, umweltfreundlich und (fast) plastikfrei

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Heute habe ich heute ein ganz, ganz simples und einfaches DIY Rezept für euch.

Ihr braucht zunächst ein wenig Essig – ich habe eine Flasche Essigessenz gekauft, weil der Haushaltsessig im Supermarkt nur in Plastikflaschen zu bekommen war. Die Essigessenz gab es in einer Glasflasche – aus Plastik ist da nur der Deckel. Wenn ihr Haushaltsessig nehmt, müsst ihr den nicht weiter verdünnen, aber Essigessenz würde ich mit der 4 oder 5-fachen Menge Wasser strecken.

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Außerdem braucht ihr einige Orangen. Oder eher gesagt, die Schale davon. Die bewahrt ihr einfach auf, wenn ihr die Orangen esst und sammelt sie in einem großen, gut verschließbaren Glas. Ich habe in ein Glas, welches etwas mehr als einen Liter fasst, die Schale von 4 Orangen gegeben und danach alles mit dem Essig aufgefüllt. Und damit seid ihr dann auch schon fertig. Die Mischung muss jetzt etwa 2 Wochen ziehen. Währenddessen wird die Flüssigkeit immer orangefarbener. Ich schüttle das Glas ab und zu etwas, aber mehr muss man wirklich nicht tun. Danach kann man den selbstgemachten Orangenreiniger einfach in eine kleine Sprühflasche (die man vielleicht von Kosmetikprodukten noch übrig hatte) umfüllen und losputzen. Perfekt für den wilden Frühjahrsputz und dabei auch noch umweltfreundlich und nachhaltig 😉

Habt einen schönen Sonntag und genießt das wunderschöne Wetter!

Schnelles Kürbiskern-Vollkornbrot

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Brot backen ist super! Das habe ich in den letzten zwei Jahren gelernt. So gerne ich ja auch schon seit vielen Jahren Kuchen, Cookies & Co backe – Brote waren für mich lange ein rotes Tuch, weil das selten so wurde, wie ich es mir vorgestellt hatte. Inzwischen habe ich mich aber, durchs vorsichtige herantasten über Brotrezepte, die wirklich idiotensicher sind, doch dafür begeistern können und besitze seit letztem Jahr auch eine tolle kleine Getreidemühle, die mir aber nicht nur zum backen, sondern auch für meine Bratlinge aus Grünkernschrot treue Dienste leistet.

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Heute will ich ein ganz, ganz simples, schnelles und auch für AnfängerInnen (wie mich^^) geeignetes Rezept zeigen.
Es gibt Kürbiskernbrot mit Weizenvollkornmehl.

Für einen kleinen Laib brauchen wir:

~450g Weizen (oder die entsprechende Menge Vollkornmehl, falls ihr nicht selber mahlt)
~10g Salz
2/3 Würfel frische Hefe
~260ml lauwarmes Wasser
1 TL Zucker
150g Kürbiskerne + ein paar zum Bestreuen

Die Hefe mit dem Zucker im Wasser unter Rühren auflösen und ein paar Minuten warten, bis sich ein wenig Schaum gebildet hat und man sehen kann, dass die Hefe angefangen hat zu arbeiten.
Das Mehl mit dem Salz und den Kürbiskernen in eine Schüssel geben und mit der Hefe-Wasser Mischung zu einem Teig kneten. Ich mache das am liebsten mit den Händen. Im Idealfall wirklich ein paar Minuten gründlich kneten, die Hefe braucht das 😉

Dann den Teig an einen warmen Ort stellen und eine gute Stunde gehen lassen. Ist er dann schon sichtlich aufgegangen, den Teig nochmals kneten und ein Gärkörbchen oder eine andere geeignete Form am Boden etwas einmehlen und mit ein paar Kürbiskernen bestreuen. Darauf dann den Teig geben, diesen einigermaßen glatt drücken und zugedeckt nochmals eine Stunde gehen lassen.

Den Ofen auf 250° vorheizen und den Laib auf ein Backblech (oder besser noch einen Pizzastein) legen. Die Temperatur auf 190° herunterschalten und das Brot je nach Leistung eures Ofens ~50-60 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn ihr auf die Unterseite klopft und es etwas hohl klingt. Nun müsst ihr es nur noch aus dem Ofen holen, es etwas auskühlen lassen und am besten sofort mit leckerem Aufstrich futtern. Viel Spaß beim Backen! <3

Faultierbrötchen

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Die einfachsten Brötchen der Welt. Und dazu natürlich noch vegan und Zero Waste freundlich (sprich: Alle Zutaten sind theoretisch verpackungs- oder zumindest plastikfrei erhältlich).

Diese Brötchen sind eine Abwandlung meines Faultierbrotes, welches ich seit mittlerweile mehreren Jahren immer wieder backe, weil es einfach so schnell geht und gleichzeitig so lecker wird. Die Brötchen unterscheiden sich von meinem Brotrezept eigentlich nur in der Wassermenge. Ich glaube, das Brot habe ich tatsächlich auch noch nicht verbloggt. Wird bald nachgeholt

Die Art von Rezept für Menschen, denen Brote und Brötchen vorher immer misslungen sind – dieses Rezept ist so einfach, ihr müsst dafür nicht mal vom Baum runterklettern, es lässt sich auch kopfüber vom Ast hängend in wenigen Minuten auf´s Blech hauen.

Wir brauchen:

  • 500g Mehl. Ich empfehle 250g Vollkornmehl und 250g etwas helleres Mehl – reines Vollkornmehl ist für die Hefe schwerer “anzuheben”. Aber ganz nach Faultiermanier könnt ihr das eigentlich auch machen, wie ihr wollt. Ihr könnt auch nur Vollkornmehl nehmen oder nur helles. Und es geht eigentlich auch jede zum Brotbacken gängige Getreidesorte. Dass sich durch Variationen hier letzlich auch Geschmack und eventuell auch Konsistenz und Wassermenge ändern können, ist vermutlich klar.
  • 10g Salz
  • 1 Päckchen Trockenhefe. (Ich nehme sonst immer frische Hefe, das geht bestimmt auch. Im Bioladen gibt es die in Papier verpackt. Dort kam ich aber gestern morgen als ich backen wollte gerade nicht hin und die in Alufolie(?) verpackte konventionelle wollte ich nicht kaufen. Trockenhefe hatte ich noch da. Die ist nur in meinem Bioladen in Papier verpackt und ohne Plastikumverpackung.)
  • 1-2 TL Zucker/Agavendicksaft oder irgendwas anderes aus Zucker
  • 1 EL Weißweinessig
  • Samen/Körner/Nüsse/Flocken nach Wahl. Die Menge ist euch überlassen, ihr solltet halt nur nicht damit eskalieren. Ich hatte dieses Mal nur ein paar Chiasamen.
  • Etwa 350ml warmes, nicht heißes! Wasser. Je nachdem, was für Mehl ihr wählt, müsst ihr eventuell mehr oder weniger nehmen.

Die Hefe mit dem Zucker im Wasser auflösen und das Gemisch ca. 5 Minuten stehen lassen. In der Zeit könnt ihr den Rest vorbereiten oder, falls ihr ein Faultier seid, schlafen.
Mehl, Salz und Flocken/whatever und Essig in einer Schüssel mischen und die Hefe-Flüssigkeit hinzugeben. Alles mit einem Löffel 1-2 Minuten zu einem Teig verrühren. Er sollte am Ende noch leicht klebrig, aber auf keinen Fall zu flüssig sein.
Nehmt euch ein Backblech mit Backpapier oder fettet es ein. Formt aus dem Teig kleine Kugeln. Bei mir wurden es 8 Stück. Sie sollten einfach einigermaßen gleich groß sein, aber ihr müsst keine Wissenschaft daraus machen. Am besten streut ihr euch in eine Ecke des Blechs ein wenig Mehl und wendet die Kugeln noch mal darin, dann könnt ihr sie jeweils noch mal kurz kneten und dann einfach in eine Brötchen-ähnliche Form bringen – ich hab sie einfach relativ rund, aber nicht zu hoch gemacht. Verteilt die Brötchen gleichmäßig auf dem Blech und schiebt es dann in den faultiermäßig nicht vorgeheizten Ofen. Stellt den Ofen auf 200 Grad Celsius und Ober- & Unterhitze und lasst die Brötchen, je nachdem wie flott euer Ofen ist, 25-35 Minuten backen. Mein Ofen ist schon etwas älter und hat nicht so viel Power, er hat 35 Minuten gebraucht. Wenn die Brötchen fest sind und hohl klingen, wenn ihr auf die Unterseite klopft, sind sie fertig.

Das ging doch jetzt wirklich schnell und einfach oder? Kein großes “Teig kneten, Teig ruhen lassen, wieder kneten, wieder ruhen lassen” und kein “Backofen vorheizen”. Fauler geht´s nicht mehr!

Ich esse die Brötchen am liebsten mit Avocado und etwas Kräutersalz, aber da passt wirklich alles zu. Also ab in die Küche und Guten Appetit!

Seitan Aufschnitt / Bratenrolle aus dem Glas

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Es ist ja nicht so, als bräuchte man als vegan essender Mensch unbedingt Wurstalternativen. Man kann schließlich so viele tolle andere Sachen auf dem Brot essen. Aufstriche, Avocados, Marmeladen… Fakt ist aber: Veganer Aufschnitt schmeckt einfach sehr gut.
Zur Zeit versuche ich ja so gut wie möglich, mein Leben müll-freier zu gestalten und keine verpackten oder zumindest keine in Plastik verpackten Lebensmittel mehr zu kaufen. Damit fallen natürlich alle veganen Aufschnitte, Bratlinge usw. weg. Ich will mich noch nicht soweit festlegen, dass ich diese Produkte nie wieder kaufen bzw. essen werde, aber ich will, das ist zumindest mein aktueller Stand, doch versuchen, sie so oft wie möglich zu meiden und wenn ich dann mal Appetit auf Seitanprodukte habe, diese einfach selber zu machen.

Deswegen habe ich mir vor ein paar Tagen Weck-Gläser gekauft. In denen kann man nämlich ganz wunderbar Seitan im Ofen backen. Bisher habe ich Seitan hier und da auch schon müllfrei in einer Auflaufform und im Sud gebacken, oft genug kam aber auch Alufolie und Gefrierbeutel zum Einsatz und gerade das will ich ja vermeiden. Die Weck Gläser finde ich total schön – es reichen aber natürlich auch ganz normale Sturzgläser – also solche, die oben nicht enger werden und aus denen man den fertigen Seitan dann einfach herausholen kann.

In diesen Gläsern könnt ihr natürlich sämtliche Arten von Seitan-Aufschnitten oder Bratenrollen backen. Ich teile heute das erste Rezept mit euch, das ich in diesen Gläsern ausprobiert habe. Eine deftig gewürzte Seitan-Rolle mit Pastinake und Zwiebeln. In der nächsten Zeit werde ich ganz sicher noch weitere Rezepte ausprobieren und diese mit euch teilen, falls sie mir gelingen 😀

Für 2 Seitan Rollen (sie haben meine beiden 500ml Weckgläser jeweils zu etwa 2/3 ausgefüllt) brauchen wir:

  • ~240g Glutenpulver (wir haben uns vor einer ganzen Weile mal einen 25kg Sack Seitan zugelegt, von dem zehren wir natürlich immer noch. Der Sack ist zum Glück aus Papier und eben ein Großgebinde und damit Zero Waste freundlich. Wenn ihr kein plastikfrei verpacktes Glutenpulver findet, es aber trotzdem Zero Waste sein soll, könnt ihr den Seitan natürlich auch aus Mehl auswaschen. Dafür gibt es diverse gute Anleitungen im Internet, ich selber habe es aber noch nie gemacht
  • 30g Hefeflocken
  • 1 kleine Pastinake (~100-120g) (oder anderes Gemüse, was euch halt so schmeckt oder was ihr da habt)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 frische Knoblauchzehe
  • 2 TL Majoran
  • 2 TL Bohnenkraut
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Pfeffer
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1-2 TL Curry oder Ras El Hanout
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 TL grober Senf
  • 2 EL Sojasauce
  • ~250ml Brühe
  • 4 EL Sonnenblumenöl

Hierzu kurz ein paar Anmerkungen zum Thema Zero Waste: Ich habe alle Zutaten entweder lose, in Papier oder in Gläsern kaufen können. Tomatenmark, Senf und Gewürze gibt es in kleinen Gläsern zu kaufen (Die Gewürze z.B. in türkischen Lebensmittelläden!), Hefeflocken gibt es von manchen Marken nur in Papier verpackt, Seitan siehe oben, Brühe machen wir immer selber, kochen dafür frisches Gemüse aus und füllen die Brühe in Flaschen und kochen diese ab, sie halten sich dann eine ganze Weile – schmeckt auch 500x besser als gekörnte Brühe! Öl und Sojasauce gibt es auch in Flaschen zu kaufen und in manchen Läden auch zum Abfüllen vom Fass. Dieses Rezept ist also zumindest theoretisch ohne Plastik und wenn man entsprechende Einkaufsmöglichkeiten hat wirklich Zero Waste machbar.

Gluten, Hefeflocken und Gewürze in einer Schüssel mischen. Pastinake, Zwiebel und Koblauch so fein wie möglich hacken und ebenfalls in die Schüssel geben. Brühe, Öl, Sojasauce, Tomatenmark und Senf zusammenrühren, alles zu den trockenen Zutaten geben und möglichst rasch zu einem Seitan-Teig kneten. Dafür ruhig 2-3 Minuten investieren. Den Teig dann auf die Gläser aufteilen, am besten den Deckel (falls ihr Weckgläser mit Glasdeckeln benutzt) locker oben auflegen, dann wird der Seitan von oben nicht so schnell zu dunkel. Die Gläser in den Ofen stellen und diesen jetzt auf 180°C und Ober&Unterhitze schalten und das ganze ca. eine Stunde backen. Wenn der Seitan dann noch zu weich ist, lasst ihn noch etwas länger garen, jeder Ofen ist anders. Wenn er fertig ist, den Seitan aus den Gläsern stürzen (ohne sich die Finger zu verbrennen!) und abkühlen lassen. Der Seitan lässt sich gut in dünne Scheiben schneiden (ich habe eine Brotschneidemaschine, damit geht das wunderbar, aber ein Messer tut es auch), kann aber auch in dickere Scheiben geschnitten und als Bratling gegessen werden. Ich habe eine der Rollen direkt in einem sauberen Stoffbeutel eingefroren, die andere bewahre ich für ein paar Tage im geschlossenen Weckglas im Kühlschrank auf.

Der Aufschnitt macht sich natürlich besonders gut auf den Faultierbrötchen 😉

Lasst es euch schmecken!

Pflegende Körpermousse aus 4 Zutaten – Vegan & Zero Waste

[Reupload von Veganwitch.de]

Kosmetik ist was schönes. Sich nach einem anstrengenden Tag in ein nach Kräutern und ätherischen Ölen duftendes Bad sinken zu lassen; Sich an Tagen, an denen man die Welt am liebsten aus der Wohnung aussperren würde, aber trotzdem raus muss ein bisschen aufzuhübschen, um sich trotzdem gut zu fühlen; Sich an einem Wintertag an dem Kälte und Heizungsluft gemeinsam ihr bestes gegeben haben, um deine Haut so richtig trocken werden zu lassen, mit einer guten Creme zu pflegen – ich mag Kosmetik für all diese Sachen sehr gerne.

Was ich an Kosmetik aber so gar nicht mag, sind viele, viele andere Dinge. Die Tatsache, dass nach wie vor so viele Marken Tierversuche durchführen lassen. Ungesunde und für unsere Umwelt schädliche Inhaltsstoffe wie Palmöl oder Mikroplastik. Aufdringliche Werbung, die bestimmte Schönheitsbilder transportiert, Frauen und sogar schon Mädchen einredet, dass sie ohne Schminke nicht hübsch genug sind oder Menschen mit dunkleren Hauttypen ausschließt, weil die gängigen Kosmetikmarken nur für Weißbrote produzieren. Und vor allem die extreme Verschwendung (wie viel Kosmetik wird gekauft und dann doch nie genutzt bzw. kann gar nicht aufgebraucht werden, weil man so viel hat und alles gar nicht so lange hält?) und die in den meisten Fällen alles andere als nachhaltige Verpackung. All diese Sachen stören mich sehr an gängiger Kosmetik und führen dazu, dass ich inzwischen fast gar keine Lust mehr habe, normale Produkte zu kaufen.

Komplett auf Kosmetik verzichten und außer Seife und Zahnpasta nichts mehr besitzen mag ich aber auch nicht. Selber machen lautet also die Devise. Ich will nach und nach versuchen, die Kosmetikprodukte, die ich regelmäßig benutze durch selbstgemachte und vor allem Zero Waste freundliche Alternativen zu ersetzen. Bei manchen Produkten wird das sicherlich noch eine große Herausforderung und ich weiß nicht, ob es mir komplett gelingen wird. Andere Produkte kann man ohne großen Aufwand umstellen und damit fange ich ab heute an.

Ich werde hier über all meine Erfolge und vielleicht auch Misserfolge in diesem Bereich berichten und euch an meinen Rezepten und Experimenten teilhaben lassen.

Los geht es mit einer super weichen, reichhaltigen Mousse die aus nur vier Zutaten (+ Duftölen, bei Bedarf) besteht und ganz easy selber gemacht werden kann.

Die Mousse hat am Ende wirklich die Konsistenz von aufgeschlagener Sahne, schmilzt bei Körpertemperatur sofort und lässt sich daher super verteilen und einmassieren.

Ich finde sie auch zum einmassieren in die Haarspitzen oder als Gesichtspflege sehr gut geeignet.

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Für ein kleines Gläschen (ich nahm ein altes Aufstrichglas) brauchen wir:

30g Sheabutter (bekommt ihr plastikfrei, z.B. im Internet. Ich habe mein Glas über Ebay bezogen. In Metalldosen bekommt man sie auch hin und wieder)
30g Kakaobutter (ist etwas schwieriger ohne Plastik zu bekommen, nach einiger Zeit fand ich aber auch diese Zutat im Glas verpackt in einem Onlineshop. Lasst euch nicht von dem Foto irritieren: Ich habe vor einiger Zeit über Foodsharing Kakaobutter mit abgelaufenem MHD bekommen, die sonst im Müll gelandet wäre – im Kühlschrank ist sie aber gerade für Kosmetik noch super eine ganze Weile zu gebrauchen und natürlich brauche ich dieses Produkt erst auf, bevor ich neue kaufe. Wenn ihr keine Kakaobutter findet, könnt ihr sie aber auch weglassen und den Anteil an Sheabutter und Kokosöl erhöhen.)
30g Kokosöl (gibt es problemlos im Glas im Bioladen)
15g gutes Öl eurer Wahl (ich nahm Schwarzkümmelöl, weil ich das noch da hatte und es der Haut sehr gut tut. Ans Herz legen kann ich euch für solche DIY Projekte aber auch Haselnuss-, Mandel-, oder Walnussöl. Das riecht einfach großartig!)

Nach Belieben:
~10 Tropfen Ätherisches Öl. Ich nahm Orangen- und Rosmarinöl. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe selber noch für gefühlt 50 Jahre voller DIY Kosmetikprojekte genug ätherische Öle daheim – wenn man keine hat und wegen dem Plastikdeckel des Fläschchens keines kaufen will oder weil man empfindliche Haut hat, kann man die ätherischen Öle aber natürlich aber auch ganz weg lassen, die Mousse riecht auch so schon gut genug.
Ich könnte mir auch vorstellen, beim nächsten Mal ein wenig vom Mark einer Vanilleschote oder etwas Zimtpulver unter die Butter zu rühren.

Ihr braucht außerdem 2 Töpfe für ein Wasserbad, einen Löffel, einen Handmixer und ein kleines sauberes Gläschen.

Die Zutaten in einen kleinen Topf geben und diesen in einen größeren Topf mit etwas Wasser stellen und alles vorsichtig schmelzen lassen. Lasst das Wasser nicht zu heiß werden, das tut den Ölen nicht gut. Es sollte nicht kochen.

Wenn alles geschmolzen ist, stellt ihr den Topf für eine Weile ins TK Fach oder in den Kühlschrank. Sobald die Ölmischung nun nicht mehr warm, aber auch noch nicht fest geworden ist, gebt ihr die ätherischen Öle hinzu.
Wartet, bist die Mischung fest geworden ist, dann nehmt ihr euren Handmixer und rührt die Mischung damit für etwa 5 Minuten ordentlich durch. Hier ist ein wenig Geduld gefragt, aber nach einer Weile wird die Sache immer fluffiger und cremiger und am Ende habt ihr eine Bodybutter mit einer wunderbaren Konsistenz – ähnlich wie aufgeschlagene Sahne oder Mousse.

Durch die Kakaobutter riecht es ein wenig nach Schokolade und die ätherischen Öle tun ihr übriges dazu, dass man sich am liebsten darin wälzen würde. Ich bin von dem Ergebnis total begeistert und wüsste nicht, wozu ich jemals wieder Bodylotion, Gesichtspflegecreme oder irgendeine Pflege für trockene Haarspitzen kaufen sollte. Klar, Kokosöl alleine tut es in all diesen Fällen natürlich auch, aber die Mousse ist gerade durch die Kakao- und Sheabutter noch mal ein bisschen luxuriöser geworden und durch verschiedene ätherische Öle ja auch für jeden Geschmack geeignet. Natürlich macht sich die Mousse auch super als schönes Zero Waste Geschenk.