Happy Halloween + Konsumauszeit im November

Der Oktober ist fast vorbei und so sehr ich mich jedes Jahr auf Halloween freue – es ist mein absoluter Lieblingstag im Jahr, so ist er für mich auch jedes Mal mit Wehmut verbunden, denn für meinen Geschmack gehen der Herbst und vor allem der Oktober jedes Mal viel zu schnell vorbei. Sind die Blätter an den Bäumen im einen Moment noch wunderschön bunt und leuchtend, sind sie im anderen schon gefallen. Vermutlich liegt gerade in dieser Vergänglichkeit, in der Kürze dieser ganz besonderen Zeit, ihr Zauber. Der Herbst zeigt uns, wie wunderschön es sein kann, loszulassen und wie wichtig es ist, gelegentlich sich und seine Fühler ein wenig einzuziehen und sich die Ruhe und Zeit für sich selber zu nehmen, die man braucht. In diesem Sinne ist der Herbst ein wunderbarer Lehrer für Minimalismus und Achtsamkeit.

Ich habe vor, den Herbst so lange er uns noch erhalten bleibt bestmöglich zu nutzen. Passenderweise habe ich gerade auch noch eine Weile Urlaub und so verbringe ich möglichst viel Zeit in der Natur, vor allem im Wald und mit anderen schönen Dingen, die für mich einfach „Herbst“ bedeuten. Für morgen haben Felix und ich einen Wanderausflug ins Sauerland, genauer ins Rothaargebirge geplant. Darauf freue ich mich schon sehr.

Allen, die Halloween so sehr lieben wie ich, wünsche ich heute einen schönen Tag und viel Spaß, falls ihr in irgendeiner Art und Weise feiert. Für mich steht keine Halloween Party oder sonstiges soziales Event an, deswegen werde ich mich nicht verkleiden (obwohl ich da schon mal wieder Spaß dran hätte), aber ich habe vor den Tag trotzdem zu etwas besonders schönem für mich zu machen, ich möchte ein kleines Halloween Menü kochen und natürlich einen Horrorfilmabend machen – zudem feiere ich als „witchy woman“ heute auch noch das keltische Fest Samhain. Zusätzlich ist heute „Picture my Day“ Day und ich mache mit und werde meinen Tag mit Fotos dokumentieren, die ihr dann vermutlich morgen oder in den nächsten Tagen hier sehen könnt.

Morgen beginnt mit dem November für mich eine neue Konsumauszeit.

Die letzten beiden Jahre hat mir das sehr gut getan und so möchte ich diese Tradition fortsetzen. Im November möchte ich versuchen, mir außer Lebensmitteln möglichst nichts zu kaufen. Keine neuen Bücher, keine neuen Spiele auf Steam, keine Kleidung usw. Es gibt im Moment auch wirklich nichts, was ich tatsächlich bräuchte, also wird es mir vermutlich nicht allzu schwer fallen. Hier sind meine genaueren „Regeln“

  • Möglichst nur Lebensmittel kaufen, zusätzlich versuchen, aus den bestehenden Vorräten einiges aufzubrauchen
  • Keine Kosmetik kaufen, es sei denn etwas wirklich notwendiges braucht sich in der Zeit auf (aber vermutlich wird das nicht passieren)
  • Geld für Unternehmungen (Kino etc.) und auswärts Essen gehen ist erlaubt (das mache ich sowieso beides eher selten, aber vermutlich wird beides im November mindestens ein mal vorkommen)
  • Sachen für den Adventskalender für meinen Freund darf ich kaufen (das sind aber eigentlich auch fast nur Lebensmittel und einiges habe ich sogar schon)
  • Weihnachtsgeschenke werden zwar im November schon überlegt, aber erst im Dezember gekauft, mögliche Ausnahme: Ich finde ein perfektes Geschenk und es ist wahrscheinlich, dass es bis zum Dezember nicht mehr erhältlich sein wird (z.B. ein Einzelstück oder etwas fast vergriffenes)
  • Einen Joker erlaube ich mir, da ich am Freitag gerne hier in meiner Stadt auf einen kleinen Martinsmarkt mit vielen Kunsthandwerkerständen gehen möchte. Ich werde versuchen, dort nichts zu kaufen, erlaube es mir aber, falls ich dort etwas ganz tolles entdecken sollte. Ansonsten werde ich mich einfach an den schönen Dingen erfreuen, die es dort vermutlich zu sehen gibt und die Erkenntnis genießen, dass ich die Dinge nicht alle persönlich besitzen muss, nur weil ich sie vielleicht wirklich sehr schön finde.
  • Ich gebe mein bestes, aber bin nicht perfekt. Die Challenge soll mir Spaß machen und mich auf das fokussieren, was ich bereits besitze und darauf, wie wenig ich eigentlich wirklich brauche. Es ist aber kein Versagen, wenn etwas doch anders laufen sollte als geplant.
  • Geht etwas kaputt und ich brauche es dringend, kaufe ich es mir neu.
  • Die Konsumauszeit nutzen um meinen eigenen Besitz mal wieder (mache ich eh ständig, haha) durchzugehen und gehen zu lassen, was ich nicht mehr brauche und will.

Falls ihr Lust habt, euch anzuschließen, würde ich mich über den Austausch mit euch natürlich sehr freuen 🙂

Habt ein schönes Halloween / Samhain und einen guten Start in den November.

Fazit zur Konsumauszeit und Update

Long Time No See – hier war es eine Weile still, so wie das manchmal ist, wenn einem das Leben in die Quere kommt. Zusätzlich zu dem normalen Alltagswahnsinn hat mich in den letzten Wochen ein Trauerfall in meiner Familie sehr beschäftigt – und beschäftigt mich noch, weiter will ich das hier gar nicht thematisieren. Ich hatte außerdem Geburtstag, was sehr, sehr schön war und darf mich, weniger schön, im Moment öfters beim Zahnarzt aufhalten. Ich habe einen Zahn mit entzündeter Wurzel und die Behandlung dauert noch an – für mich als absolute Zahnarztphobikerin eine sehr unangenehme Angelegenheit, allerdings habe ich wirklich eine tolle Praxis, in der sie mit AngstpatientInnen wie mir sehr sensibel und verständnisvoll umgehen. Das nur so ganz kurz als kleines Update, warum es hier im Moment wieder etwas stiller ist. Bis Jahresende wird es auch weiterhin ruhiger bleiben, ein paar Posts habe ich aber dennoch geplant.

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Ich wollte euch noch ein kleines Update und Fazit zur Konsumauszeit geben. Wie ich ja zu Beginn schon berichtet habe, ist mir der Konsumverzicht ziemlich leicht gefallen. Ich habe mein Konsumverhalten im letzten Jahr so stark verändert, dass ich in vielen Situationen überhaupt keinen Kaufdrang mehr spüre – in einigen Situationen (vor allem wenn es um Computerspiele oder Bücher geht, beides jedoch in digitaler Form) fällt es mir noch nicht ganz so leicht, aber auch hier habe ich schon deutlich reduziert, warte eher mal ab, ob ich ein Buch/Spiel/etc. wirklich haben möchte und habe auch keine Probleme mehr damit, einfach mal eine Weile darauf zu warten. Gegen Ende des Monats musste ich dann allerdings trotzdem etwas kaufen, da leider das Mainboard meines PCs kaputt gegangen ist und ich meinen PC einfach brauche. Zu meinen Konsumauszeit Regeln gehörte ja dazu, dass das Kaufen von Dingen, die Kaputtgegangenes ersetzen sollen, „erlaubt“ ist. Insgesamt kann ich sagen, dass ich, auch wenn ich schon viel bewusster kaufe als letztes Jahr und deutlich länger überlege, ob ich etwas wirklich brauche bzw. aufbrauchen kann, ich keineswegs frei vom konsumieren bin und mir diese bewusste Auszeit daher sehr gut getan hat. Sie hat meinen Blick deutlich auf das gelenkt, was ich bereits habe, hat mich kreativ werden lassen, wenn es darum ging, etwas aus bereits vorhandenen Sachen selber zu machen anstatt sie zu kaufen und mir ein bisschen Vorfreude zurück geschenkt. Diese Vorfreude auf eine bestimmte Sache oder ein Erlebnis, die oft fast genau so schön ist, wie die Sache selbst, geht durch impulshaftes Kaufen schnell verloren – ich sehe etwas, will es haben und kaufe es mir direkt – zumindest bei günstigeren Gegenständen heute eher Regel als Ausnahme für viele. Wenn ich einen Wunsch stattdessen auf eine Liste schreibe um zu schauen, ob ich ihn auch nach X Tagen oder Wochen immer noch will oder mir diesen Wunsch eine Weile aufhebe um ihn mir z.B. zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken zu lassen, komme ich zurück in dieses wunderbare Gefühl der Vorfreude, welches als Kind für die meisten so präsent war. Man hatte damals schließlich kein oder kaum eigenes Geld und musste sich fast alles längerfristig wünschen oder zusammensparen – dadurch hat man auch ganz genau überlegt, was man haben möchte und hatte oft Monate der Vorfreude in denen man von dem Spielzeug o.ä. träumen und sich darauf freuen konnte, bevor es dann soweit war. Die Konsumauszeit kann daher eine Möglichkeit sein, das Erfüllen von Wünschen bewusst hinauszuzögern und sich  dadurch selbst Vorfreude und besondere Wertschätzung für das lang Erwartete zu schenken.

Kreativ wurde ich im Rahmen der Konsumauszeit im Bezug auf die Weihnachtsdeko – ich habe zum ersten Mal einen Adventskranz aus Tannenzweigen, die ich im Park gesammelt habe, selbst gebunden. Die Kerzen habe ich aus alten Wachsresten, ätherischem Öl und Pigment, selbstgemachtem Docht aus Baumwollgarn und kleinen Gläschen bzw. leeren Klorollen als Form selbst geschmolzen und gegossen. Gar nicht so leicht und meine ersten Versuche sind noch weit weg von perfekt – aber fürs erste Mal bin ich sehr zufrieden – was meint ihr? Aus den restlichen Ästen habe ich einen Weihnachtszweig gebunden und mit meinem Weihnachtsbaumschmuck dekoriert – so sehr ich Weihnachtsbäume ja liebe, sie sind einfach nicht wirklich nachhaltig und dieser Zweig ist daher eine sehr schöne Alternative für mich. Für den Adventskalender für meinen Freund habe ich die gleichen Tütchen befüllt wie letztes Jahr – vieles hatte ich schon vorab besorgt und während der Konsumauszeit vor allem mit Gutscheinen – z.B. für selbstgemachte Crêpes zum Frühstück oder eine Nackenmassage – ergänzt. Ich finde es sehr schön, dass ich es geschafft habe, mit dem zu dekorieren, was ich bereits hatte oder was ich aus kostenlosen Naturmaterialien und alten (Wachs)resten selber machen konnte. In dieser Deko steckt jetzt sehr viel Arbeit, Liebe und Zeit, die ich ihr gewidmet habe und das macht es für mich direkt noch mal viel schöner und wertvoller. Nachhaltiger und müllfrei ist es dadurch sowieso – ich kann euch an der Stelle nur empfehlen, selbst mal Kerzen zu gießen, es gibt dazu viele tolle Anleitungen im Internet und es ist eine schöne Möglichkeit, Reste aufzubrauchen, die viele Ressourcen gekostet haben – Kerzen bestehen in der Regel aus Erdöl, es sei denn sie sind aus Bienenwachs oder anderen Wachsen. In der Hinsicht macht Upcycling absolut Sinn.

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Insgesamt kann ich sagen, dass die Konsumauszeit wieder eine schöne, sehr persönliche und nachhaltige Erfahrung für mich war, war sie auch ganz anders als letztes Jahr, wo ich sie viel herausfordernder empfand – ich bin froh, inzwischen bereits an einem anderen Punkt angekommen zu sein und bin gespannt, wie das nächstes Jahr sein wird. Für mich steht fest, dass ich nächstes Jahr gerne wieder eine Konsumauszeit machen will, ich freue mich schon darauf.

Habt weiterhin eine schöne Adventszeit, wir lesen uns bald.

Wohin mit dem Zeug? – Aussortieren, Weggeben, Verkaufen

Ich möchte euch heute die Methoden und Wege erklären, die ich nutze, um Aussortiertes möglichst noch sinnvoll loszuwerden.

Wenn man seinen Besitz reduziert, stellt sich bei jedem einzelnen Gegenstand, den man loslassen möchte die Frage: Wohin damit? Es gibt dann grob gesagt drei Optionen: Verkaufen, Verschenken/Spenden, Entsorgen.

VERKAUFEN:

Ich verkaufe Gegenstände, bei denen ich mir noch einen gewissen Gewinn davon verspreche und bei denen ich auch denke, dass ich dies in relativ kurzer Zeit erledigen kann. Bisher verkaufte ich vor allem Bücher, CDs, DVDs, Brettspiele, Kleidung und Möbel.

Welche Wege nutze ich dabei?

Facebook: Ich bin kein großer Facebook Fan, aber es gibt dort viele Gruppen, die für diesen Zweck echt Gold wert sind. Es gibt spezielle Gruppen extra für Brettspiele, Pen&Paper Regelwerke, für Comics oder vegane Kochbücher, auch eine Gruppe für den Verkauf von Psychologie Lehrbüchern habe ich schon genutzt. Bestimmt gibt es auch noch für viele weitere Kategorien spezielle Gruppen. In diesen Gruppen spricht man genau die richtige Zielgruppe an und der Verkauf läuft in der Regel recht unkompliziert ab. Ich habe die Sachen dann bisher meistens verschickt, es wurde aber auch schon öfters direkt etwas bei mir abgeholt, denn es gibt oft auch regionale Gruppen.

Rebuy (+Momox etc.): Anbieter wie Rebuy oder Momox kaufen gebrauchte Waren wie Bücher, DVDs, CDs und technische Geräte wie Handys oder Spielekonsolen zu einem Festpreis an. Ab einem gewissen Ankaufswert kann man sie kostenlos via Hermes einsenden und man bekommt den Betrag dann später ausgezahlt. Der große Nachteil dabei ist, dass nicht alles angekauft wird – verständlicherweise wird nur angenommen, was auch nachgefragt wird. Sehr alte Bücher oder DVDs oder auch solche, die vielleicht gerade schon zu oft im Lager des Anbieters liegen, werden oft nicht angekauft. Zudem ist der Festpreis oft sehr niedrig. Ich persönlich handhabe es so, dass ich Artikel, die mir nur noch wenige Cent bringen, dann eher nicht verkaufe, sondern lieber spende. Es gibt aber hier und da immer wieder Sachen, die doch noch erstaunlich viel bringen. Natürlich könnte man mit sehr viel Geduld und wenn man direkt an eine Privatperson verkaufen würde, mehr Geld für die Sachen nehmen. Man müsste aber erst mal eine Person finden, die das Teil haben will und alles einzeln verpacken, verschicken usw. Das frisst enorm viel Zeit. Ich wäge also immer ab. Wenn ich weiß, dass ich die Sachen sehr wahrscheinlich für deutlich mehr Geld und relativ bald privat verkaufen kann, dann tue ich das. Bei allen anderen Sachen ist Rebuy für mich super, da ich einfach alles in ein Paket packen kann und dann nichts mehr tun muss. Rebuy hat außerdem eine App, mit der ich den Barcode der Produkte direkt scannen kann und sofort einen Ankaufspreis genannt bekomme. Dieses Jahr habe ich bereits (in mehreren Paketen) insgesamt 140 Artikel an Rebuy verkauft und dafür noch über 400€ bekommen.

Kleiderkreisel + Ebay: Für mich die Methoden der Wahl, wenn es darum geht Kleidung, Schuhe, Taschen usw. loszuwerden. Die Artikel einzeln einzustellen ist recht aufwändig und man muss natürlich auch hier wieder alles verpacken, verschicken usw. Deswegen verkaufe ich auch nur Artikel, von denen ich mir noch mehrere Euro erwarten kann. Ein Basic Top was mir vielleicht noch maximal 2€ bringen würde, ist mir persönlich die Zeit und den Aufwand nicht wert, das spende ich dann lieber.

Ebay Kleinanzeigen: Finde ich perfekt zum Verkauf und Kauf von Möbeln, Lampen, Küchengeräten usw.

Flohmärkte: Wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch wenn ich es selber bisher nicht gemacht habe. Ist natürlich mit Aufwand und Kosten verbunden, aber wenn man an so etwas auch ein bisschen Spaß hat, kann es sich bestimmt durchaus lohnen. Mir ist das verkaufen von daheim aus meistens lieber.

SPENDEN: 

Bisher habe ich den größten Teil meiner aussortierten Gegenstände gespendet bzw. verschenkt. Das mache ich bei allen Sachen, die ich nicht mehr verkaufen kann, bzw. bei denen sich der Aufwand und die Zeit für mich nicht lohnt, da kaum mehr als 1-2€ zu erwarten sind.

Bisher gespendet habe ich unter anderem Bücher, CDs, DVDs, Geschirr, Bettwäsche, Haushaltsgegenstände, Deko-Artikel, Bastelmaterial, Kuscheltiere und Möbel. Auch hier nutze ich diverse Wege, je nach Gegenstand bzw. dessen Zustand.

Spenden an gemeinnützige Vereine oder Second Hand Läden: Meine Methode der Wahl! Ich habe in Köln das Glück, dass es hier diverse Sozialkaufhäuser oder Second Hand Läden mit sozialer Mission gibt, die Spenden gerne annehmen und damit Menschen in Not versorgen und teilweise sogar noch benachteiligen Menschen eine Arbeitstelle bieten. Ich spende derzeit fast alles, von dem ich denke, dass es noch wirklich gut erhalten ist und das es noch anderen Menschen nützen könnte an die Diakonie. Das hat für mich vor allem den praktischen Vorteil, dass das zentrale Spendenlager knapp 2km von meiner Wohnung entfernt ist und ich einfach alles, was ich abgeben möchte in Bananenkartons packen und rüber fahren kann. Dort wurde bisher immer alles dankend angenommen. Sehr wichtig finde ich dabei, dass man keinen Schrott abgibt, was sich ja eigentlich von selbst verstehen sollte. Ich frage mich bei den Sachen, die ich an die Diakonie spende immer, ob ich es für wahrscheinlich halte, dass jemand diesen Gegenstand noch in ihrem Second Hand Laden mitnimmt oder ob er für andere Zwecke der Diakonie (Spenden an Flüchtlinge etc.) zu gebrauchen ist. Nur dann gebe ich ihn auch dort hin, weil ich meinen Kram ja nicht einfach nur abladen will, sondern möchte, dass er auch wirklich gebraucht werden kann.

Spenden via Umsonstläden, Give Boxen, Free Your Stuff, offene Regale:

Dinge, die ich für Second Hand Läden nicht passend finde, die aber auch zu schade zum wegwerfen sind, gebe ich an entsprechende Stellen ab, wo einfach jeder Mensch nehmen und geben kann was er_sie möchte.  Das sind z.B. alte Zeitschriften, die andere Menschen noch interessieren könnten, gekaufte, aber nie mehr als 1x genutzte Kosmetik (Da verschenke ich aber keine flüssigen Produkte, das finde ich unhygienisch. Nur Sachen wie Nagellacke, Lidschatten etc.), Modeschmuck, Kleidung oder Geschirr mit winzigen Macken dran, was viele Leute absolut nicht stört bzw. repariert werden kann, dadurch aber eben nicht mehr zu verkaufen ist, Bücher, die noch lesbar aber vielleicht schon etwas mitgenommen sind usw.

Bei mir um die Ecke befindet sich ein offenes Bücherregal, in das ich immer wieder ausgelesene, nicht mehr verkäufliche Bücher als Spende bringe. Oft sehe ich direkt nachdem ich dort war, wie jemand anderes mein Buch herausnimmt, sich freut und es mitnimmt. Auch nutze ich alternative Umsonstläden wie z.B. den im autonomen Zentrum Köln. Eine weitere Alternative sind Facebook Gruppen namens „Free Your Stuff“. Diese sind in der Regel regional organisiert und dort können Sachen angeboten werden, die man zu verschenken hat, genau so kann man auch nach Sachen fragen, wenn man etwas braucht. Ich habe darüber schon Regale verschenkt und erst kürzlich, als ich meine riesige Kiste voll mit Handarbeitsmaterial aussortiert habe, dort eine große Tasche voll mit sehr gut erhaltenen Stoff- und Wollresten angeboten. Am nächsten Tag schon kam eine Frau sie abholen, die sich riesig gefreut hat und damit jetzt Kostüme nähen will. Eine sehr einfache Methode ist außerdem die gute alte Kiste vor der Haustür. Manchmal packe ich Dinge, die ich verschenken möchte einfach in einen großen Karton, mache einen Zettel mit „Zu Verschenken“ dran und stelle ihn bei gutem Wetter vors Haus. Das geht natürlich am besten, wenn man in einer Straße wohnt, durch die auch öfters mal Leute durchlaufen. Oft waren schon nach 1-2 Stunden alle Sachen weg. Auch Möbel bin ich so schon losgeworden und habe im Gegenzug auch schon mehrfach welche bekommen.

ENTSORGEN:

Wenn ich Sachen dann doch mal weder verkaufen, noch guten Gewissens spenden oder verschenken kann, bleibt manchmal nur die Mülltonne als letzte Option übrig. Es ist immer schade, wenn man Sachen entsorgen muss, aber genau so wenig bringt es etwas, die Sachen noch Jahrzehnte in der Wohnung aufzubewahren. Für mich ist es immer wieder eine eindrückliche Mahnung, in Zukunft sehr viel bewusster und nachhaltiger zu konsumieren, wenn ich etwas wegschmeißen muss und mich dabei blöd fühle. In diesem Fall sollte man natürlich versuchen, Sachen so gut wie möglich zu entsorgen. Sprich Elektroschrott und Sperrmüll zum Wertstoffhof bringen, Altglas in den entsprechenden Container, usw.

So viel Spaß mir das ganze Reduzieren und Minimalisieren auch macht, es sind dennoch Resultate eines über Jahre hinweg nicht bewussten und gesunden Konsumverhaltens und alle diese Methoden kosten mich viel Zeit, die ich auch mit schöneren Aktivitäten verbringen könnte. Alle Dinge, die du besitzt kosten dich Zeit und wenn es zu viel wird, besitzen sie schnell mal eher dich als andersherum. Das sollte man sich einfach bewusst machen. Für mich ist daher klar, dass ich noch ganz viel los werden und dann nie wieder so viel Zeug besitzen möchte, wie noch zu Beginn diesen Jahres.

Vielleicht war ja der eine oder andere sinnvolle Tipp für dich dabei – ich wünsche dir noch einen schönen Tag! 

Konsumauszeit Woche 2 und Wochenrückblick KW 45

Guten Morgen!

Inzwischen ist schon die zweite Woche der Konsumauszeit vergangen und ich kann nach wie vor feststellen, dass es mir absolut keine Mühe macht, mein Geld für nichts außer Essen auszugeben. Letztes Jahr habe ich mich während der Konsumauszeit immer wieder zusammenreißen müssen und viele Sachen, die ich haben wollte dann einfach auf den Dezember verschoben. Dieses Jahr fließt das alles einfach so an mir vorbei und ist gar kein großes Thema für mich. Es war im Ganzen eine sehr schöne Woche für mich. Obwohl mich das Ergebnis der US-Wahl sehr schockiert hat und mir auch Tage später nicht aus dem Kopf geht. Aber das ist vielleicht eher ein Thema für einen anderen Blogartikel.

Dieses Jahr fokussiere ich meine Aufmerksamkeit während der Konsumauszeit auf Themen, die bewusst nichts mit Konsum zu tun haben, anstand die ganze Zeit über das Nicht-Konsumieren nachzudenken. Im Moment sind Yoga, Meditation, Bewegung und Zeit in der Natur wieder sehr wichtig für mich.
Seit Anfang der Woche habe ich nach einer längeren Pause wieder mit einer regelmäßigen Yogapraxis am Morgen angefangen. Ich nehme mir dafür etwa 20 Minuten und mache in der Zeit je nach Lust und Laune etwa 6-8 Yogaübungen. Daran schließt dann eine 10-Minütige Mediation an. Auch erst seit dieser Woche benutze ich die App „Headspace“, welche geführte Meditationen anbietet. Es gibt dort ein kostenloses 10 Tage Programm und auch ein kostenloser Probemonat mit Zugriff auf viele weiter Inhalte ist möglich. Danach wird es aber mit ~10€ pro Monat doch ziemlich teuer. Ich gebe für Apps vielleicht 1-3x im Jahr einen Euro aus und finde diese Summe daher schon happig. Ich teste mich da jetzt erst mal so durch und werde dann entscheiden, ob das was für mich ist. Bisher gefallen mir die Meditationen sehr gut, aber es ist nicht so, als ob ich sie unbedingt bräuchte. Ich meditiere seit vielen Jahren und kann es auch ohne Anleitung – auch in diesem Bereich geht es ohne Konsum.

Insgesamt tut mir dieses neue Morgenritual unheimlich gut. Ich bin an meinen Arbeitstagen absichtlich knapp 2 Stunden, bevor ich los musste aufgestanden. Ich liebe diese Ruhe und die Zeit am Morgen. Für mich sind diese Momente absolut kostbar. Ich kann entspannt aufwachen, mir Zeit für mich nehmen und spüre die dadurch entstehende Gelassenheit und Energie den ganzen Tag über. Morgens mit Zeitdruck und Hektik zu beginnen ruiniert mir schon von vornherein den ganzen Tagesablauf.
Sehr schön finde ich auch, wie ich durch diese Praxis noch besser spüren kann, wie es mir heute geht, wie mein Energielevel ist. Heute morgen hatte ich (da ich frei habe) etwas länger geschlafen als die letzten Tage und hatte überhaupt keine Lust auf Yoga. Ich weiß aber, dass diese Widerstände total wichtig sind und dazugehören und habe trotzdem einige Übungen gemacht – und das war sehr gut so.

Zu meinen Schichten am Wochenende bin ich seit langer Zeit endlich mal wieder mit dem Fahrrad gefahren. Es gibt einen sehr schönen, größtenteils ruhigen Weg, den ich fahren kann. Ich brauche aber pro Strecke knapp 40 Minuten und dazu braucht es eben auch eine gewisse Motivation. Im Frühjahr hatte ich sie noch, aber nachdem ich dann krank war und es im Sommer oft so heiß war, dass ich nicht mit dem Fahrrad fahren wollte, weil ich dann bei der Arbeit angekommen eine Dusche gebraucht hätte, habe ich das Ganze wieder eine Weile schleifen lassen. Dabei macht es mir eigentlich total viel Spaß, weil ich die Zeit, die ich eh unterwegs bin für mich nutzen kann und auch nicht auf die Launen der KVB angewiesen bin. Ich hoffe, dass das Wetter noch eine Weile mitspielt.

Diese Woche gab es außerdem noch mehr Zeit in der Natur für mich. Am Dienstag war ich mit Felix in Königswinter und wir sind zum Drachenfels hochgewandert. Ich liebe diesen Ort. Die Natur, der Blick über das Siebengebirge und den Rhein – traumhaft. Zudem war jetzt natürlich alles wunderschön herbstlich bunt. Ich habe diesen Ausflug sehr genossen und hoffe, wir finden bald Zeit für eine neue Tour ins Grüne.

Im Moment schreiten hier auch schon die ersten Planungen für Weihnachten voran. In meinem engsten Freundeskreis werden wieder ein paar von uns wichteln und ich habe lange überlegt, wie ich das mit dem Minimalismus vereinbaren soll. Mir macht das Wichteln immer sehr viel Spaß, aber meine Prioritäten haben sich eben sehr verändert. Wir erstellen jetzt zusammen alle eine Wunschliste und alle können eintragen, was sie sich wünschen und vielleicht auch, was sie sich nicht wünschen. So konnte ich direkt jegliche Form von Kosmetik und nicht-aufbrauchbaren Gegenständen ausschließen. Als Alternativen dazu habe ich Essen (also Kekse, Tee, Gewürze, Schokolade etc.), Selbstgemachtes, Gutscheine z.B. für einen Kinobesuch, ein Kindle-Buch oder ein Spiel meiner Steam-Wunschliste vorgeschlagen. Über all diese Sachen würde ich mich sehr freuen und sie würden trotzdem nicht dauerhaft in meiner Wohnung rumstehen. Ich bin gespannt, wie das wird.

Ausgemistet habe ich diese Woche übrigens gar nicht. Die letzten Wochen habe ich da so viel getan, dass ich nun wieder eine kleine Pause brauche. Ein paar bereits aussortierte Dinge bin ich noch losgeworden, aber das war es dann auch. War auch mal schön.

Finanziell gesehen war diese Woche deutlich teurer als die letzte. Wir waren aber auch zwei Mal auswärts Essen. Damit meine ich übrigens in den seltensten Fällen richtig, teure Restaurants – wir lieben beide asiatisches Essen und besuchen daher gerne und regelmäßig kleine Imbisse, wo man z.B. für ~6€ ein fantastisches Hauptgericht bekommt. Diese Dinge verbiete ich mir auch während der Konsumauszeit nicht. Natürlich könnte ich noch mehr sparen, wenn ich alles selber kochen würde, aber für mich ist gemeinsam Essen gehen eine wunderschöne Möglichkeit, sich Zeit für einander und Gespräche zu nehmen und hochwertige Nahrung ist auch einfach das, wofür ich am liebsten Geld ausgebe. Essen muss ich ja so oder so, egal wer es zubereitet. Wir gehen außerdem auch nicht jede Woche 2x Essen. Das war eher eine Ausnahme wegen des Ausflugs nach Königswinter.
Zu zweit haben wir diese Woche fürs Essen gehen, einen Bioladen-Einkauf, 2 kleine Einkäufe bei Edeka und Besuche beim Bäcker ~150€ ausgegeben. Das finde ich vollkommen okay.

Habt eine schöne Woche!

Innerer und äußerer Minimalismus – womit beginne ich?

Die Reduzierung von materiellen Gütern und die Veränderung des eigenen Konsumverhaltens ist für die meisten MinimalistInnen der erste Schritt von vielen. Ein sehr wichtiger, oft entscheidender Schritt zwar, aber irgendwann ist die Wohnung dann halt so leer, wie man sie gerne haben möchte, man besitzt nur noch, was man wirklich liebt und braucht und man kauft schon lange nicht mehr gedankenlos jede Woche irgendetwas neues, nur weil man es gerade sieht und es einem gefällt. Und dann? Dieser Zustand ist für die meisten Menschen eigentlich erst der wahre Anfang eines minimalistischen Lebens, weil sie sich dann, wenn das Außen stimmt, erst richtig auf das Innen konzentrieren können und auch bei den nicht materiellen Faktoren, die das tägliche Leben bestimmen schauen, was sie eigentlich brauchen und wollen. Für mich, die sich erst seit Anfang diesen Jahres mit dem Thema Minimalismus befasst und seitdem kräftig aussortiert und damit immer noch nicht fertig ist, war es sehr interessant zu sehen, dass scheinbar für fast alle der äußere Minimalismus vor dem inneren Minimalismus kommt. Bei mir war es nämlich, glaube ich, doch ganz anders herum. Das, was viele als inneren Minimalismus beschreiben, ist für mich teilweise schon seit langer Zeit ganz wichtig, während ich im Außen noch lange absolut unachtsam mit meinem Besitz und Konsumverhalten war.

Für mich ist Achtsamkeit und der bewusste und sparsame Umgang mit den eigenen Ressourcen und Energien etwas ganz zentrales. Als sehr introvertierter Mensch habe ich gerade im Bezug auf Kontakte zu anderen Menschen immer schon sehr darauf geachtet. Ich liebe die Menschen in meinem Leben sehr, aber dennoch kostet mich jede Stunde des nicht-alleine-seins in der ich mit anderen Menschen zusammen bin, Kraft. Vermutlich mehr Kraft, als extrovertierte Menschen oder weniger introvertierte. Ich finde das auch ganz und gar nicht schlimm, es ist einfach so. Ich bin gerne introvertiert und ich bin äußerst gerne zwischendurch alleine (nicht einsam!) und hin und wieder eben auch gerne unter Menschen. Ich würde es nicht anders haben wollen. Aber weil dem so ist, schaue ich eben auch ganz genau, welchen Menschen ich meine Zeit schenke. Das klingt vielleicht arrogant, aber so ist es gar nicht gemeint. Ich lege nur absolut keinen Wert auf oberflächliche Bekanntschaften und Smalltalk. Ich habe einige sehr, sehr gute Freunde und das reicht mir absolut. Auf diese Menschen kann ich mich verlassen und mit ihnen kann ich tiefgehende, anregende Gespräche führen, sei es über den Sinn des Lebens oder einfach über spezielle Interessen und Hobbys. Das Minimalisieren von Menschen/Kontakten, welches oft angesprochen wird, war für mich seit meiner Kindheit eigentlich etwas absolut selbstverständliches: Schenke nur den Menschen deine Zeit, die dir gut tun und denen du gut tust. Das heißt übrigens natürlich nicht, dass ich andere Menschen doof finde oder unfreundlich zu ihnen wäre. Ich lerne auch sehr gerne neue Leute kennen, aber ich lege es nicht darauf an oder suche ständig nach neuen Kontakten. Wenn es passiert, schön. Wenn nicht, auch schön.

Auch im Bezug auf das Thema Leistung und Zeitmanagement war ich, glaube ich, schon lange eine Minimalistin, bevor ich das Wort überhaupt kannte. Themen, die mir etwas bedeuten schenke ich gerne viel Zeit und Aufmerksamkeit und in diesen Bereichen kann ich dann auch wirklich ehrgeizig sein. Ich bin aber grundsätzlich kein extrem leistungsorientierter Mensch. Ich möchte natürlich gut in meinem Job sein, dafür habe ich ja auch studiert und vorher Abi gemacht. Aber auch in dieser Zeit schon habe ich immer versucht mir keinen extremen Druck und Stress zu machen. Wenn zu viel Stress von außen kam und ich gemerkt habe, dass ich enorm darunter leide, habe ich etwas an der Situation geändert – in dem Fall die Uni gewechselt. Das würde ich auch heute wieder tun, wenn mich mein Job stressen und unglücklich machen würde. Ich lebe ja nicht nur für meine Arbeit. Ich mag sie sehr gerne und ich finde sie wichtig und erfüllend, aber es ist nicht alles in meinem Leben. Mir war schon immer sehr wichtig, genug Zeit für mich zu haben. Deswegen hatte ich dann halt keinen Überflieger-NC im Abi, habe ein bisschen länger fürs Studium gebraucht als es Topstudenten tun und arbeite jetzt ganz bewusst in Teilzeit und würde auch nicht in Vollzeit arbeiten wollen, weil mir das einfach zu viel wäre. Damit bin ich eigentlich immer glücklich gewesen, weil ich mich nicht habe stressen lassen. Mir ist das, was ich tue wichtig, aber meine selbstbestimmte (Lebens)zeit für mich ist mir am wichtigsten. Deswegen arbeite ich nur so viel, dass ich für meine (eher sparsamen, minimalistischen) Ansprüche sehr gut davon leben und immer auch etwas sparen kann und genieße die mir dadurch mehr zur Verfügung stehende Zeit mit voller Dankbarkeit, weil mehr Zeit für mich immer viel wertvoller sein wird, als mehr Geld. Kleine Anmerkung dazu: Mir ist klar, dass es ein absolutes Privileg ist, sich bewusst dazu entscheiden zu können, weniger zu arbeiten um mehr Zeit zu haben. Zu diesem Thema (Minimalismus als Privileg) werde ich demnächst auch noch etwas schreiben. Ich habe dieses Privileg und nehme es nicht als selbstverständlich hin und bin dankbar dafür. Und ich nutze es aber doch ganz bewusst für mich. Für meine Lebensqualität, meine psychische und körperliche Gesundheit und Ausgeglichenheit.

Ein Thema, welches für viele MinimalistInnen irgendwann sehr wichtig wird, ist Achtsamkeit. Auch dieses Thema ist für mich im Prinzip schon seit meiner frühen Jugend gar nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken und hat enorm beeinflusst, wer ich bin. Seit ich 11 Jahre alt bin beschäftige ich mich mit diversen spirituellen Themen, sei es modernes Heidentum, Buddhismus oder alte, vorchristliche Kulturen. Ich habe mich auch schon damals am glücklichsten gefühlt, wenn ich Zeit in der Natur, am liebsten im Wald oder am Meer verbringen konnte. Ich habe auch schon damals meditiert, auf den Rhythmus der Jahreszeiten geachtet und versucht im Einklang mit der Natur zu leben. Dieses hektische, von unseren Wurzeln in der Natur völlig entfremdete Leben, von dem viele Menschen berichten, kenne ich daher selber nur aus Phasen in meiner Jugend oder meinem frühen Erwachsenenleben, in der mir dieser „Kontakt“ zwischenzeitlich ein wenig verloren ging. Den weitaus größten Teil meines bisherigen Lebens war er aber immer irgendwie da. Anfang 20 habe ich dann begonnen Yoga zu machen, was mich noch mal ein ganzes Stück weiter gebracht hat. Yoga hat mir Gelassenheit in nervigen Alltagssituationen geschenkt und mir das Hineinspüren in meinen eigenen Körper und einen bewussten, liebevollen Umgang mit mir selbst beigebracht .

Wo auch ich immer wieder stolpere und wo ich darauf achten muss, mir nicht zu viel vorzunehmen, sondern bewusst zu reduzieren und Prioritäten zu setzen, sind Hobbys und Interessen. Es gibt so viele tolle Sachen zu tun und am liebsten hätte ich für alles genug Zeit und Energie. Seien es mehrere Pen & Paper Spielgruppen, die Yogalehrerausbildung, das Mantrasingen, diverse Stammtische, die mich thematisch interessieren, meine Spielesammlung bei Steam und natürlich der Vorsatz, genug Sport zu machen, mehr frisch zu kochen usw. Ach ja, mit dem Stricken und Nähen wieder anfangen wollte ich natürlich auch noch. Und meine Kosmetik selber herstellen sowieso. Der Blog braucht natürlich auch seine Aufmerksamkeit. Und irgendwann muss ja auch mal Zeit zum Entspannen, nichts tun oder lesen und Filme schauen sein.

Ihr merkt schon – das ist alles ganz schön viel. Eine Zeit lang, teils aus Interesse an vielen Dingen, teils weil ich schlecht Nein (zu mir selber) sagen kann/konnte, habe ich versucht viel zu viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut zu bringen. Und nebenbei natürlich noch meine Bachelorarbeit geschrieben. Ich habe das alles gerne getan und hätte am liebsten wirklich für all diese Dinge genug Zeit, weil sie mir Freude machen, aber es geht natürlich einfach nicht. Meine reduzierte Arbeitszeit erlaubt mir dabei zwar sicherlich schon einiges, aber trotzdem hat auch mein Tag nur 24 Stunden. Wenn Dinge, die man eigentlich freiwillig macht, weil sie einem Freude bereiten dann doch wieder in Stress müden, ist das auch eher kontraproduktiv. So muss ich immer wieder überprüfen, was ich derzeit eigentlich alles gerne tun möchte, was denn besonders wichtig ist, mir gut tut und Priorität bekommt. Diese Prioritäten können sich natürlich auch immer wieder ändern, es kommen neue Sachen dazu und andere Sachen werden weniger wichtig. Deswegen ist es für mich sehr wichtig, immer wieder neu abzuwägen und meine Freizeit unter meinen Interessen gut aufzuteilen.

Um es mal zusammenzufassen glaube ich, dass ich in all diesen Punkten, die für mich zum „inneren Minimalismus“ dazugehören natürlich keineswegs an einem absoluten Ziel angekommen bin. Es ist einfach ein lebenslanger Prozess und ich lerne jeden Tag dazu. Dennoch glaube ich, dass ich in diesen Punkten und zum Teil schon seit Jahren dem minimalistischen Lebensweg folge, ohne das bisher so bezeichnet oder wahrgenommen zu haben. Bei einer Diskussion auf Twitter zu diesem Thema gestern, brachte mich Frau Ding Dong auf den Gedanken, ob das vielleicht auch eine Frage von Introvertiert oder Extrovertiert ist. Ich bin ja, wie oben bereits erwähnt, ziemlich introvertiert und habe mich daher schon immer viel mit mir selbst, meinen Gedanken und Wahrnehmungen befasst und das Äußere auch gerne zur Seite geschoben. Von daher macht es sogar ziemlich viel Sinn, dass der Wechsel auf eine bewusste, nachhaltige und achtsame Lebensweise, also das, was für mich Minimalismus ist, bei mir im Innen begonnen und sich dann nach und nach erst im Außen manifestiert hat.  Natürlich merke ich auch durch den immer weniger werdenden materiellen Besitz, wie sich mein innerer Minimalismus weiter verändert und ich noch und noch zufriedener und glücklicher werde. Logisch, denn vorher bestand da eben auch, lange Zeit unbewusst, eine Diskrepanz zwischen Innen und Außen, die ich aber nicht wirklich greifen konnte. Bisher habe ich vor allem von Menschen gelesen, die mit dem materiellen Minimalismus begannen, die also erst aussortiert haben und bei denen danach alles andere folgte. Es scheint aber hier und da auch Ausnahmen zu geben, bei denen es andersherum ist. Wie ist/war das bei dir?

Ich finde dieses Thema deswegen so interessant, weil es für mich noch mal deutlich zeigt, dass es nicht DEN Minimalismus gibt und auch nicht DEN Weg hin zum Minimalismus. Wir sind alle Individuen und müssen selbst herausfinden, was das für uns bedeutet, unseren eigenen Zugang kriegen. Egal, wo du anfängst, Hauptsache es funktioniert für dich! Für mich war das eine sehr angenehme Erkenntnis, nachdem ich in den letzten Monaten immer wieder ein bisschen damit zu kämpfen hatte, dass ich immer noch so viel Kram besitze, bzw. wie viel ich einfach mal besessen habe. Das bewusste Auseinandersetzen mit meinem ungesunden Konsumverhalten hat mich natürlich an Aspekte meiner eigenen Person herangeführt, auf die ich nicht so stolz bin. Zu verstehen, dass mein Ansatz an das Thema Minimalismus einfach ein anderer war und ich nicht in allen Bereichen noch so komplett am Anfang stehe, sondern schon viel gelernt habe, hat da sehr gut getan.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!

Konsumauszeit Woche 1 und Wochenrückblick KW 44

Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende und startet entspannt in die neue Woche! Ich wollte heute ein kleines Update zur Konsumauszeit geben, welche ja jetzt schon seit fast einer Woche läuft.

Bisher gab es keine nennenswerten Herausforderungen und Schwierigkeiten für mich. Ich habe natürlich ein paar Lebensmittel eingekauft. Und zwar habe ich dafür insgesamt 40,40€ ausgegeben. Am Mittwoch war ich im Bioladen und am selben Tag davor während meiner Arbeitspause kurz im Lidl, weil der direkt nebenan liegt. Ich nehme mir zur Arbeit meistens Essen mit, aber wenn ich Frühschicht habe und um 6 Uhr mit der Arbeit beginnen muss, klappt das nicht jedes mal. An den anderen Tagen jedoch hatte ich mir Essen mitgebracht und musste nichts einkaufen.

Ich muss dazu erwähnen, dass ich vermutlich etwas mehr für Lebensmittel ausgegeben hätte, wenn ich nicht noch am Montag, vor dem Start der Konsumauszeit eingekauft hätte. Natürlich nicht deswegen, weil es dann noch nicht zur Konsumauszeit gehört, sondern einfach, weil es sich so ergab. An dem Tag hatte ich noch unseren Obst und Gemüsevorrat bei einem türkischen Supermarkt aufgestockt und musste zudem Katzenfutter bestellen.

Am Wochenende habe ich meine Eltern besucht und wurde von ihnen ins Museum und meinen liebsten veganen Imbiss eingeladen. Zählt das auch? Ich habe jedenfalls selbst kein Geld ausgegeben. Ich wurde außerdem von meinen Eltern gefragt, ob ich denn schon einen Geburtstagswunsch hätte, in etwa einem Monat ist es nämlich schon wieder so weit. Aber ich konnte irgendwie gar nichts nennen. Das wäre früher undenkbar gewesen.

Tatsächlich habe ich auch insgesamt keinerlei akute Kaufwünsche oder ähnliches verspürt. Ich weiß, dass mir die Konsumauszeit letztes Jahr noch deutlich schwerer gefallen ist und es fühlt sich toll an, jetzt im Vergleich diesen Unterschied zu bemerken und sagen zu können: Ja, ich bin wunschlos glücklich!

Okay, okay. Ich habe im Internet durch Zufall eine Sache entdeckt, die ich toll finde und die ich mir nach meiner Konsumauszeit gerne bestellen möchte. Es handelt sich dabei aber um eine wiederverwertbare und nachhaltige Alternative für ein bisheriges Wegwerfprodukt und deswegen finde ich diesen Kauf auch berechtigt, da er mein Leben wieder ein Stückchen nachhaltiger machen wird und ich dieses Produkt tatsächlich aktiv gebrauchen werde. Aber auch hierbei ist es für mich inzwischen völlig entspannt zu sagen: Okay, dieses Produkt ist wirklich toll und vor allem ökologisch sinnvoll. Aber ich brauche es nicht jetzt sofort. Ich notiere es mir und kann es mir dann nächsten Monat besorgen. Früher hätte mich die Ungeduld und das „sofort jetzt haben wollen“ kirre gemacht, heute genieße ich eher die Vorfreude.

Auch an der Minimalisierungsfront war diese Woche für mich außerordentlich zufriedenstellend. Während ich das tippe stehen neben meinem Schreibtisch 10!!! Kisten in Umzugskarton-Größe mit Sachen, die ich nachher zur Spende bringen werde, wo sie noch sinnvoll verwendet werden können. Ich habe diese Woche nämlich wieder ganz enorm losgelegt und mir noch mal die Küche, die Kommode im Flur und meinen Kleiderschrank vorgenommen. Alleine dabei flogen schon ziemlich viele Sachen raus. Alte Handtücher (die ich dem Tierheim spenden werde, weil sie zum Teil schon Löcher haben und ausgefranzt sind), Bettwäsche, Kleidung, Geschirr, Bücher…wieder ist so viel zusammen gekommen. Im Flur konnte ich in der Kommode so 4 freie Schubladen schaffen, in die ich dann fast alle Schuhe die wir besitzen, räumen konnte. So konnte auch mein DIY Schuhregal aus alten Holzkisten aufgelöst werden und ich kann die Kisten an anderen Stellen nutzen, im Flur ist wieder ein Stückchen mehr Platz entstanden.

Am Samstag stand dann DAS Projekt an, vor dem ich mich seit Jahren gedrückt habe. Der Keller. Ich habe morgens gegen halb 11 angefangen und war gegen halb 11 Abends mit 1-2 Stunden Pause dazwischen halbwegs fertig. Alleine 5 Stunden habe ich gebraucht um mir im Keller einen Überblick zu verschaffen, Sachen hin und her zu räumen und zu entsorgen usw. Ich bin dabei ziemlich radikal vorgegangen und habe mich von enorm vielen Dingen getrennt (wie man an den 10 Kisten sieht). Da waren Sachen aus meiner Kindheit dabei, die ich jetzt seit ich von zu Hause ausgezogen bin nur von Keller zu Keller schleppe und weder brauche noch irgendwie jemals vermisst habe – weg damit! Die ganze Aktion war nicht nur körperlich extrem anstrengend (wie man sich vermutlich denken kann), sondern auch emotional, da ich mich im Geiste von den ganzen überflüssigen Sachen längst getrennt habe. Dann wieder diese Massen auf einen Haufen zu sehen hat mir ganz deutlich gemacht, wie wichtig und gut diese Veränderung ist, die ich gerade durchlebe und das ich vielleicht noch nicht ganz am Ziel bin, aber schon viel geschafft habe. By the way, das klingt jetzt vielleicht so, als wäre ich vorher ein absoluter Messi gewesen. Ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber ich hatte früher schon einen ausgeprägten Sammeltrieb und zugleich ein ungesundes Kaufverhalten. Da haben sich über die ganzen Jahre einfach viele, viele Sachen angesammelt – zum Glück aber nur wenig „Müll“, so dass ich wirklich das allermeiste wirklich noch guten Gewissens weitergeben kann.

Heute geht es dann daran, die ganzen Sachen loszuwerden. Ich freue mich schon auf heute Abend, wenn das Wohnzimmer wieder schön leer ist.
Wie war deine erste Woche der Konsumauszeit? (Falls du mitmachst.) Was hast du diese Woche losgelassen?

Collect moments not things – Projekt Monatsrückblick

Als ich Anfang des Jahres begann, meine Habseligkeiten auszusortieren, fiel mir auch das eine oder andere Tagebuch aus meiner Jugend in die Hände. Wenn so etwas passiert, muss ich alles andere erst mal für eine Weile liegen lassen und sofort durch das Buch blättern, lesen und in Erinnerungen schwelgen. Tagebücher öffnen Türen in längst vergangene Welten, erinnern mich zum Beispiel an das 13-jährige Mädchen, was ich damals war, an die Dinge, die mich damals beschäftigt haben und wie ich früher die Welt sah.

Ich kann in diesen Büchern auch sehr gut nachlesen, wie ich mich über die Jahre verändert und weiterentwickelt habe. Ich halte Tagebücher für eine wunderschöne Möglichkeit, die Dinge festzuhalten, die gerade wichtig sind, egal ob besonders schön oder besonders traurig. In meinem bisherigen Leben habe ich allerdings nur sporadisch Tagebuch geschrieben. Ich nahm es mir immer wieder vor, füllte immer mal wieder ein kleines Notizbüchlein, manchmal auch nur zur Hälfte  – und gab es dann meist für eine Weile wieder auf. Ich glaube, ich bin kein Typ dafür, jeden Tag Tagebuch zu schreiben. Das kriege ich einfach nicht auf die Kette. Der zeitliche Aspekt ist dabei vermutlich sogar weniger entscheidend als die Motivation. Und zugleich wünschte ich mir, ich würde mehr festhalten, aufschreiben und dokumentieren.

Seitdem ich mich mit Minimalismus befasse, wird mir immer deutlicher, wie wichtig Erinnerungen an besondere Momente sind und wie schön es ist, sie zu haben, wie stark sie einen prägen und zu dem machen, was man ist. Es sind unsere Erlebnisse und Erinnerungen die uns formen, nicht die Gegenstände, an denen diese Erinnerungen eventuell dran hängen. Getreu dem Motto „Collect moments, not things“ möchte ich gerne versuchen, wieder mehr aufzuschreiben und festzuhalten. Dafür probiere ich seit einem Monat einen Monatsrückblick aus, weil ich glaube, dass es für mich besser machbar ist, ein mal im Monat die vergangenen vier Wochen zu reflektieren, als jeden Tag zu schreiben. Ich habe mir dafür ein kleines Notizheft genommen, in das ich für jeden Tag des Monats in Stichpunkten auf 1-2 Zeilen notiere, was ich an dem Tag gemacht habe und/oder was schön oder besonders war. Das kostet mich pro Tag nur wenige Sekunden und ich kann es auch rückblickend für mehrere Tage auf einmal machen und muss nicht jeden Tag etwas aufschreiben. So erinnere ich mich schon beim Notieren bewusst zurück und überlege, was diesen Tag besonders gemacht hat, ob es ein schönes Erlebnis gab, an das ich mich später vielleicht gerne wieder erinnern würde usw. Diese Notizen helfen mir dann am Monatsende einen Überblick über den ganzen Monat aufzuschreiben. Für mich ist dies eine Alternative zum Tagebuch, bei der ich für mich größere Chancen sehe, dass ich es längerfristig beibehalten kann. Ob das tatsächlich klappt, wird sich zeigen – versuchen möchte ich es in jedem Fall. Ich hatte diesen Oktober das Gefühl, dass er nicht so an mir vorbei gerast ist, wie das früher schon mal war. Er kam mir sehr lang vor und das nicht im negativen Sinne, es war alles andere als langweilig. Aber dadurch, dass ich mich so genau an alles zurückerinnern kann, wird mir bewusst, was ich alles getan und erlebt habe und ich habe den Eindruck, meine Zeit so bewusster zu erleben und mehr zu schätzen.

Ich weiß, dass Zukunftsromy sich in vielen Jahren wahrscheinlich sehr über diese Erinnerungsstücke freuen wird. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, ob ich das Projekt auf Papier oder digital festhalten soll. Ich schreibe inzwischen deutlich lieber am PC, da ich dabei einfach viel schneller bin. Minimalistischer ist es ebenfalls und Papier spare ich so auch. Die Erinnerungen mit Fotos zu ergänzen wird außerdem leichter. Allerdings können digitale Erinnerungen natürlich auch schneller verloren gehen und von Hand schreiben ist ja eigentlich auch was sehr schönes und wichtiges. Ich bin mir da noch unschlüssig und werde vielleicht einfach beide Varianten testen. Schreibst du Tagebuch? Wie hältst du deine geliebten Erinnerungen fest?

Wochenrückblick WK 43

Meine Woche war ziemlich vollgepackt und so ist sie auch recht schnell an mir vorbeigezogen. Ich habe neben der Arbeit tatsächlich wieder sehr viel Zeit ins „Projekt Minimalisierung“ gesteckt und mich diese Woche vor allem darum gekümmert, bereits aussortiertes los zu werden.

Ich hatte ja letzte Woche einen Teil meiner Brettspielsammlung aussortiert, diese Woche habe ich dann versucht, sie über spezielle „Brettspiel Flohmarkt“ Facebook Gruppen zu verkaufen. Das hat auch sehr gut geklappt. Drei kleine Kartenspiele sind noch übrig, alles andere war nach zwei Tagen verkauft. Ich habe auch noch gutes Geld dafür bekommen, hätte sicherlich hier und da noch ein wenig mehr nehmen können, aber mir ging es vor allem darum, die Sachen nicht mehr ewig hier zu haben. Ich bin so auf jeden Fall sehr zufrieden, es ist wieder ganz viel Platz frei geworden und ich fühle mich wieder ein Stück leichter. Aussortiertes gewinnbringend zu verkaufen ist allerdings ganz schön viel Arbeit. Mir haben zeitweise 10 Leute gleichzeitig geschrieben, die irgendein Spiel haben wollten. Da nicht den Überblick zu verlieren, kann schnell etwas stressen. Außerdem musste ich die Sachen natürlich auch verpacken, frankieren, zu Hermes bringen oder mit den Leuten, die ein Spiel persönlich abholen wollten einen Termin ausmachen.

Das frisst unheimlich viel Zeit – was mir aber wieder eine eindrückliche Mahnung war, nie wieder so viel anzusammeln. Es ist unglaublich, wie viel Zeit dich deine Besitztümer kosten. Egal ob es darum geht, sie zu kaufen, zu pflegen oder wieder los zu werden. Deswegen verkaufe auch nur einzelne Sachen, bei denen es sich finanziell wirklich richtig lohnt. Bei anderen Sachen gucke ich eher, ob Firmen wie Rebuy in Frage kommen oder ich die Sachen nicht einfach total unkompliziert Spenden kann.

Am Mittwoch hatte ich einen freien Tag und habe mal wieder zwei Bananenkartons voll mit Büchern, Stofftieren und allerlei anderem Kram zum Spendenlager der Diakonie in Köln gebracht. Ich werde bald noch mal ganz ausführlich dazu schreiben, wie ich meine Sachen loswerde und was für mich am besten funktioniert. Donnerstagabend habe ich dann schon wieder, nur 3 Wochen nach dem letzten Rebuy Paket, ein paar Bücher und Filme gehen lassen und bekomme auch dafür noch eine gute Summe, zusätzlich habe ich wieder Bücher zum einzeln verkaufen aussortiert – das verkaufen folgt dann vermutlich nächste Woche. Und ich habe mir in meinem Regal ein Fach geschaffen, in dem nur noch Bücher stehen, an denen ich eigentlich überhaupt nicht hänge, die ich also problemlos weggeben könnte – nur will ich sie vorher einfach gerne noch (mal) lesen. Dadurch, dass ich die Bücher jetzt alle auf einen Blick sehen kann, bin ich hoffentlich motivierter, sie auch bald wegzulesen und das Fach so nach und nach zu leeren. Inspiriert hat mich dazu die Herbst-Lese-Challenge von Francis, welche übrigens einen ganz tollen Youtube Kanal hat.

Samstag hatte ich zum ersten mal die Gelegenheit, dem Minimalismus Stammtisch in Köln beizuwohnen. Es war ein total schöner Nachmittag und ich habe den Erfahrungsaustausch und die Gespräche mit anderen an Minimalismus interessierten Menschen sehr genossen. Bald wieder!

Sonntag stand ganz im Zeichen von Selfcare. Ich habe das wunderbare Wetter genossen, war einige Stunden draußen in der Natur, habe Kürbisse geschnitzt, Kürbissuppe gekocht und die Akkus für die kommende Arbeitswoche aufgetankt.

Ich hoffe ihr habt ein schönes Halloween / Samhain Fest – falls ihr denn feiert. Ansonsten wünsche ich euch einfach nur einen schönen Feiertag 🙂

Konsumauszeit im November

Ich möchte ich mir auch diesen November wieder eine Auszeit gönnen und ganz bewusst nicht konsumieren. Apfelmädchen und sadfsh rufen auch dieses Jahr wieder zu einer gemeinsamen Konsumauszeit auf und ich bin dabei.

Im November zieht sich die Natur zurück, die Blätter werden abgeworfen, Tiere bereiten ihren Winterschlaf vor und es wird kalt und nebelig. Eigentlich die ideale Zeit, sich auch ein wenig in sich selbst zurück zu ziehen, das vergangene Jahr zu reflektieren und sich ein wenig Ruhe zu gönnen.

Unsere moderne Gesellschaft tut sich mit Ruhe und Reflektion jedoch ein wenig schwer, immer früher beginnt für viele der vorweihnachtliche Shoppingmarathon und die damit verbundene Hektik.

Aus diesem Grund finde ich den November für eine Konsumauszeit nahezu ideal. Ich nehme mich damit ganz bewusst für einen Monat raus aus diesem kapitalistischen Hamsterrad und fokussiere mich auf die Dinge des Lebens, die nichts kosten. Ich schenke mir selbst Zeit in der Natur und mit lieben Menschen, Zeit für kreative Projekte usw. Und ich nehme mir Zeit für all die schönen Dinge, die ich bereits besitze und die auch mal wieder Aufmerksamkeit verdient haben.

Seit Anfang des Jahres hat sich mein Konsumverhalten schon sehr verändert und ich kaufe deutlich weniger und bedachter als früher, so dass die Konsumauszeit mir zuerst gar nicht mehr so notwendig erschien, wie noch letztes Jahr. Mittlerweile bleibt mir jeden Monat Geld über, was ich sparen kann, was früher ziemlich undenkbar war. Doch wenn ich ehrlich bin, kaufe ich ja noch immer hier und da etwas und so will ich mir den November über eine bewusste Pause davon nehmen.

Meine persönlichen Regeln:

  • Einen Monat lang nichts kaufen. Auch keine digitalen Produkte, wie Spiele oder E-Books. Die nehmen zwar keine direkten Ressourcen weg, aber ich habe schon genug Sachen, mit denen ich mich noch beschäftigen will. Ausgenommen sind Lebensmittel und benötigte Drogerieprodukte (wobei es da kaum Bedarf geben sollte, da ich eigentlich alles habe) sowie dringend benötigte Sachen, falls sie kaputt gehen sollten.
  • Bei Lebensmitteln genauer schauen, was ich wirklich brauche. Vor allem frische Lebensmittel kaufen, die Vorräte an Haltbarem reduzieren wenn möglich.
  • Geld für Ausflüge, Fahrkarten, auswärts Essen etc. ist erlaubt, wobei ich das auch eher gering halten möchte.
  • Nach Möglichkeit wieder mehr selber machen, auch auf Geschenke bezogen.
  • Tauschen und Leihen ist erlaubt.
  • So viele Bücher wie möglich von meinem „Lesen und dann weggeben“ Stapel schaffen.
  • Alle Ausgaben, bis hin zum Brötchen auf die Hand, dokumentieren, da ich gerne wissen möchte, wie viel ich im Monat zum Leben brauche, wenn ich mich auf die Basics beschränke.
  • 1 x wöchentlich auf dem Blog berichten, wie es läuft.

Da ich wie bereits erwähnt kaum noch „Kaufdrang“ besitze, bin ich sehr optimistisch, dass das gut klappen wird und es mir nicht wie ein Verbot oder Zwang vorkommen wird, sondern ich diese Auszeit genießen kann.

Hast du auch schon mal eine Zeit lang bewusst auf Konsum verzichtet? Willst du dich der Konsumauszeit vielleicht anschließen? Hab einen schönen Tag!

 

Minimalistischer Wochenrückblick KW42

*Hust* *Schief* Mich hat schon wieder die Seuche erwischt! Dieses Jahr habe ich mit meinem Immunsystem leider echt zu kämpfen und fange mir gefühlt alle 1,5-2 Monate irgendwas ein. Dieses Mal war es aber zum Glück „nur“ eine dicke Erkältung und so war ich die ganze Woche über zwar angeschlagen, aber nicht komplett außer Gefecht gesetzt.

Diese Woche ging das große Aussortieren weiter. Ich habe mich dieses Mal sogar an mein heiligstes Regal begeben und einige Brettspiele und Rollenspielregelwerke aussortiert. Das tat mir doch ein bisschen weh. Aber jetzt, nachdem ich ein paar Bücher und Spiele aussortiert habe, die einfach nicht zu meinen Lieblingen zählten, ist wieder mehr Platz und ich freue mich über den losgewordenen Ballast. Nur verkaufen muss ich das Zeug noch – das schiebe ich immer gerne einige Tage vor mir her, wenn ich es nicht über Rebuy und co mache, sondern einen zwar gewinnversprechenderen, aber eben auch zeitintensiveren Weg wähle.

Später in der Woche habe ich mich außerdem an diverse Kisten begeben, die auf und unter einem Regal sowie auf unserem Kleiderschrank standen und in denen ich allerlei Postkarten, Rechnungen und Deko, Wolle und Stoffe für Handarbeitsprojekte und vieles mehr aufbewahrt habe. Später ging ich dann noch unsere Kiste mit Schals, Mützen und Handschuhen durch und habe gefühlt knapp die Hälfte weggegeben, auch einige Schuhe habe ich wieder aussortiert. Insgesamt konnte ich mehrere Kisten voll mit Dingen gehen lassen und die übrig gebliebenen Sachen danach ein wenig kompakter verstauen. Super minimalistisch ist das alles noch nicht, wie auch immer man das definiert, aber ich bin fürs erste zufrieden. Ich habe einen Überblick über die Sachen, die ich behalten habe, habe sie gut organisiert wegpacken können und schon wieder ein ganzes Stück geschafft.

Zum ersten Mal habe ich übrigens eine „Free Your Stuff“ Facebook Gruppe genutzt um ein Paket mit vielen alten Stoff- und Wollresten loszuwerden. Die Sachen wegzuschmeißen hätte ich nicht übers Herz gebracht und verkaufen kann man so etwas auch nicht mehr. Da hier im Rheinland ja nicht nur Halloween, sondern auch Karneval naht und viele bunte Stoffe dabei waren, dachte ich, vielleicht findet sich jemand, der damit Kostüme machen will oder ähnliches. Und tatsächlich erhielt ich schon 5 Minuten später die erste „Nehm ich!“ Nachricht und es wird heute Nachmittag abgeholt. Ich freue mich, wie gut das geklappt hat.

Es zeigte sich übrigens auch mal wieder eindrücklich mein früheres Chaos und wie wenig Überblick ich eine Zeit lang darüber hatte, wo meine ganzen Sachen sind. In einer alten Weihnachtskarte, die ich seit Jahren nicht mehr abgefasst habe fand ich noch 80€. Wie gut, dass ich alle alten Karten vor dem Entsorgen immer noch mal durchschaue. Ich hatte im ganzen Wohnzimmer übrigens mindestens 4 Plätze, an denen sich alte Karten und Briefe fanden. Kein Wunder, dass ich nie etwas gefunden habe. Jetzt ist ein großer Teil weg und das, was ich als Erinnerungen aufhebe in einer Box verstaut.

Insgesamt habe ich mich diese Woche von meinem ganzen Besitz, der trotz bereits unzählbar vielen bereits weggegebenen Kartons und Tüten immer noch extrem groß ist, ziemlich erschlagen gefühlt. Ich hatte zwischendurch den Eindruck ich sortiere und entsorge, verkaufe und verschenke und es wird trotzdem nicht weniger. Natürlich ist dem nicht so. Es hat sich schon sehr, sehr viel getan und man kann das, was man über Jahrzehnte ansammelt einfach nicht von heute auf morgen alles loswerden. Da hat es mir gut getan mich mehr auf das zu fokussieren, was ich bereits alles geschafft habe anstatt auf das, was noch vor mir liegt. Mir geht es dabei einfach oft nicht schnell genug, am liebsten würde ich nur mit dem Finger schnipsen und hätte sofort die perfekte minimalistische Wohnung, in der sich nur Sachen befinden, die ich tatsächlich brauche und will. Aber dieser Frust tritt zum Glück nur phasenweise auf und dann sehe ich wieder, wie viel ich jede Woche schaffe und wie gut es auch ist, dass ich für das ganze Aussortieren eine Weile brauche, da ich in diesem Prozess eine Menge über mich selber und mein Konsumverhalten lerne. Nachhaltige und wirksame Veränderungen brauchen eben Zeit und Geduld.

Diese Woche gab es außerdem wieder neues Lesefutter aus der Bibliothek, darunter „Habenwollen“ von Wolfgang Ulrich, welches ich mir als erstes vorgenommen habe. Es ist kein Buch, was man mal so nebenbei lesen kann, sondern sehr tiefgehend und es erfordert dementsprechende Konzentration, die mein verschnupfter Kopf diese Woche nicht an jedem Tag aufbringen konnte. Es ist aber unheimlich interessant und stößt in mir viele Gedanken an.

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(Kleiner Einblick in meinen aktuellen Stand: Hinter dem Sessel seht ihr das Bücherregal. Früher hatte ich fast 4 davon voll mit Büchern. Das ist alles, was übrig blieb. Ich finde es immer noch viel zu viel und werde nach und nach weiter reduzieren. Hinter dem Sessel verstecken sich ein paar Stofftaschen voll mit aussortieren Büchern, die ich nächste Woche zum offenen Bücherregal bringen will.)

Außerdem ist in der ganzen Ausmisterei doch mal wieder etwas „neues“ bei uns eingezogen. Ein ganz wunderbarer antiker Sessel aus grünem Samt. Ich habe ihn bei Ebay Kleinanzeigen entdeckt und mich sofort verliebt. Zudem war er sehr erschwinglich, ist super erhalten und total bequem. Dafür flog ein ganz alter Sessel, der noch ein Überbleibsel aus meinem Jugendzimmer war, raus und wurde verschenkt. 20 Minuten mit einem „Zu Verschenken“ Zettel dran vor die Haustüre gestellt und schon war er weg. Das geht hier bei uns in der Straße erstaunlich gut. Ich vermute, es liegt unter anderem daran, dass in der Straße sehr viele Studenten wohnen, die ständig ein und ausziehen. Ein paar neue Möbel für die erste WG Küche werden daher immer gerne genommen. Einen weiteren Sessel haben wir auseinandergeschraubt und platzsparend im Keller verstaut. Da muss sich noch zeigen, ob wir ihn behalten oder irgendwann weggeben werden, ich tendiere eher zu letzterem. Somit haben wir noch 2 Sessel in der Wohnung, was voll und ganz reicht. Besonders freut mich auch, dass immer und immer mehr Möbelstücke in unserer Wohnung Second Hand sind. Ich würde wohl nur noch neue Möbel kaufen wollen, wenn es gar nichts passendes gebraucht gibt. Gebrauchte Möbel sind natürlich nicht nur sehr viel umweltfreundlicher, weil sie Ressourcen sparen, man bekommt oft auch für sehr viel weniger Geld sehr viel hochwertigere Teile. Außerdem mag ich es, wenn Gegenstände Geschichten erzählen. Der neue Sessel ist aus dem Nachlass einer alten Dame und wurde von seinen Vorbesitzern nur ungerne und aus Platzgründen hergegeben. Einem Möbelstück, was schon früher geliebt und gepflegt wurde ein neues zu Hause zu geben ist für mich etwas ganz tolles.

Und damit wünsche ich dir einen schönen Start in die neue Woche!