Konsumauszeit Woche 1 und Wochenrückblick KW 44

Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende und startet entspannt in die neue Woche! Ich wollte heute ein kleines Update zur Konsumauszeit geben, welche ja jetzt schon seit fast einer Woche läuft.

Bisher gab es keine nennenswerten Herausforderungen und Schwierigkeiten für mich. Ich habe natürlich ein paar Lebensmittel eingekauft. Und zwar habe ich dafür insgesamt 40,40€ ausgegeben. Am Mittwoch war ich im Bioladen und am selben Tag davor während meiner Arbeitspause kurz im Lidl, weil der direkt nebenan liegt. Ich nehme mir zur Arbeit meistens Essen mit, aber wenn ich Frühschicht habe und um 6 Uhr mit der Arbeit beginnen muss, klappt das nicht jedes mal. An den anderen Tagen jedoch hatte ich mir Essen mitgebracht und musste nichts einkaufen.

Ich muss dazu erwähnen, dass ich vermutlich etwas mehr für Lebensmittel ausgegeben hätte, wenn ich nicht noch am Montag, vor dem Start der Konsumauszeit eingekauft hätte. Natürlich nicht deswegen, weil es dann noch nicht zur Konsumauszeit gehört, sondern einfach, weil es sich so ergab. An dem Tag hatte ich noch unseren Obst und Gemüsevorrat bei einem türkischen Supermarkt aufgestockt und musste zudem Katzenfutter bestellen.

Am Wochenende habe ich meine Eltern besucht und wurde von ihnen ins Museum und meinen liebsten veganen Imbiss eingeladen. Zählt das auch? Ich habe jedenfalls selbst kein Geld ausgegeben. Ich wurde außerdem von meinen Eltern gefragt, ob ich denn schon einen Geburtstagswunsch hätte, in etwa einem Monat ist es nämlich schon wieder so weit. Aber ich konnte irgendwie gar nichts nennen. Das wäre früher undenkbar gewesen.

Tatsächlich habe ich auch insgesamt keinerlei akute Kaufwünsche oder ähnliches verspürt. Ich weiß, dass mir die Konsumauszeit letztes Jahr noch deutlich schwerer gefallen ist und es fühlt sich toll an, jetzt im Vergleich diesen Unterschied zu bemerken und sagen zu können: Ja, ich bin wunschlos glücklich!

Okay, okay. Ich habe im Internet durch Zufall eine Sache entdeckt, die ich toll finde und die ich mir nach meiner Konsumauszeit gerne bestellen möchte. Es handelt sich dabei aber um eine wiederverwertbare und nachhaltige Alternative für ein bisheriges Wegwerfprodukt und deswegen finde ich diesen Kauf auch berechtigt, da er mein Leben wieder ein Stückchen nachhaltiger machen wird und ich dieses Produkt tatsächlich aktiv gebrauchen werde. Aber auch hierbei ist es für mich inzwischen völlig entspannt zu sagen: Okay, dieses Produkt ist wirklich toll und vor allem ökologisch sinnvoll. Aber ich brauche es nicht jetzt sofort. Ich notiere es mir und kann es mir dann nächsten Monat besorgen. Früher hätte mich die Ungeduld und das „sofort jetzt haben wollen“ kirre gemacht, heute genieße ich eher die Vorfreude.

Auch an der Minimalisierungsfront war diese Woche für mich außerordentlich zufriedenstellend. Während ich das tippe stehen neben meinem Schreibtisch 10!!! Kisten in Umzugskarton-Größe mit Sachen, die ich nachher zur Spende bringen werde, wo sie noch sinnvoll verwendet werden können. Ich habe diese Woche nämlich wieder ganz enorm losgelegt und mir noch mal die Küche, die Kommode im Flur und meinen Kleiderschrank vorgenommen. Alleine dabei flogen schon ziemlich viele Sachen raus. Alte Handtücher (die ich dem Tierheim spenden werde, weil sie zum Teil schon Löcher haben und ausgefranzt sind), Bettwäsche, Kleidung, Geschirr, Bücher…wieder ist so viel zusammen gekommen. Im Flur konnte ich in der Kommode so 4 freie Schubladen schaffen, in die ich dann fast alle Schuhe die wir besitzen, räumen konnte. So konnte auch mein DIY Schuhregal aus alten Holzkisten aufgelöst werden und ich kann die Kisten an anderen Stellen nutzen, im Flur ist wieder ein Stückchen mehr Platz entstanden.

Am Samstag stand dann DAS Projekt an, vor dem ich mich seit Jahren gedrückt habe. Der Keller. Ich habe morgens gegen halb 11 angefangen und war gegen halb 11 Abends mit 1-2 Stunden Pause dazwischen halbwegs fertig. Alleine 5 Stunden habe ich gebraucht um mir im Keller einen Überblick zu verschaffen, Sachen hin und her zu räumen und zu entsorgen usw. Ich bin dabei ziemlich radikal vorgegangen und habe mich von enorm vielen Dingen getrennt (wie man an den 10 Kisten sieht). Da waren Sachen aus meiner Kindheit dabei, die ich jetzt seit ich von zu Hause ausgezogen bin nur von Keller zu Keller schleppe und weder brauche noch irgendwie jemals vermisst habe – weg damit! Die ganze Aktion war nicht nur körperlich extrem anstrengend (wie man sich vermutlich denken kann), sondern auch emotional, da ich mich im Geiste von den ganzen überflüssigen Sachen längst getrennt habe. Dann wieder diese Massen auf einen Haufen zu sehen hat mir ganz deutlich gemacht, wie wichtig und gut diese Veränderung ist, die ich gerade durchlebe und das ich vielleicht noch nicht ganz am Ziel bin, aber schon viel geschafft habe. By the way, das klingt jetzt vielleicht so, als wäre ich vorher ein absoluter Messi gewesen. Ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber ich hatte früher schon einen ausgeprägten Sammeltrieb und zugleich ein ungesundes Kaufverhalten. Da haben sich über die ganzen Jahre einfach viele, viele Sachen angesammelt – zum Glück aber nur wenig „Müll“, so dass ich wirklich das allermeiste wirklich noch guten Gewissens weitergeben kann.

Heute geht es dann daran, die ganzen Sachen loszuwerden. Ich freue mich schon auf heute Abend, wenn das Wohnzimmer wieder schön leer ist.
Wie war deine erste Woche der Konsumauszeit? (Falls du mitmachst.) Was hast du diese Woche losgelassen?

Kastanien für Wäsche und Haare – und Achtsamkeit

Seit ich zurückdenken kann, bin ich ein absolutes Herbstkind. Wenn der Herbst endet, beginne ich schon wieder damit, die Tage bis zum nächsten Herbst zu zählen. Ich liebe die Farben, das Laub, die Kürbisse, das Wetter, einfach alles daran. Für viele gehört zum Herbst auch das Kastanien sammeln. Als Kind schon habe ich die kleinen runden Dinger gerne aufgesammelt und in den Jackentaschen mit mir herum getragen oder etwas damit gebastelt. In den letzten Jahren sammelte ich jeden Herbst zumeist nur ein paar von ihnen auf und dekorierte damit meine Wohnung oder gab sie den Katzen als Spielzeug. Vor einiger Zeit stieß ich dann darauf, dass man mit Kastanien auch Wäsche und sogar Haare waschen kann. Rosskastanien (nicht die Esskastanien, mit denen funktioniert das nicht) enthalten genau wie auch indische Waschnüsse, die sogenannten Saponine, welche beim Kontakt mit Wasser schäumen und sanft reinigen.

Vor mehreren Jahren kaufte ich eine große Packung indischer Waschnüsse, von denen ich auch heute noch welche übrig habe. Das Wäschewaschen damit überzeugte mich mittelmäßig, aber auch aus ökologischen Gründen würde ich die Waschnüsse wohl heute nicht mehr kaufen. Sie sind zwar an sich natürlich sehr umweltfreundlich, müssen aber aufwändig aus Indien hierher importiert werden und für die Menschen dort steigen die Preise für Waschnüsse teils so stark an, dass sie sich diese nicht mehr leisten können. Und warum auch Geld für ein importiertes Produkt ausgeben, wenn eine wunderbare Alternative hier bei uns direkt vor der Haustür jedes Jahr massenweise von den Bäumen fällt? Das die Kastanien eine sehr nachhaltige, umwelt- und hautfreundliche sowie müllfreie Alternative zu herkömmlichem, chemisch hergestellten Waschpulver sind, ist ja sowieso klar.

So hatte ich mir das Kastanien sammeln für dieses Jahr also schon Monate vorher vorgemerkt und freute mich total, als es dann endlich los ging. Inzwischen habe ich mehrere Plätze gefunden, an denen man gut sammeln kann. Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub, war viel mit dem Fahrrad draußen unterwegs und habe dabei immer wieder hier und da gesammelt.
Da ich gerne versuchen möchte, das ganze Jahr über mit Kastanien meine Wäsche zu waschen, brauche ich natürlich einen großen Vorrat. Über den Daumen gepeilt habe ich nun etwa 850 Kastanien gesammelt, was für einen 2-Personen Haushalt, bei ca. 2 bis 3 Ladungen Wäsche pro Woche reichen sollte, wenn ich pro Waschgang etwa 6 Kastanien verarbeite. Ich bin mal gespannt, ob diese Rechnung aufgeht und wie lange wir mit dem Vorrat auskommen.

Wichtig ist dabei natürlich, die Kastanien ordentlich trocknen zu lassen. Ich lasse sie ca 2-3 Wochen in stapelbaren Kisten mit Schlitzen trocknen, wodurch die Kastanien von allen Seiten Luft bekommen und auch nicht aufeinander liegen. Wenn man sie zu früh alle aufeinander in einen Beutel oder ähnliches packt, könnte es passieren, dass sie schimmeln. Auch sollte man nur unbeschädigte Kastanien trocknen, damit nichts vergammelt. Die mit den Rissen kann man aber natürlich trotzdem aufsammeln, nur sollte man sie dann besser so schnell wie möglich verwenden.

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Wie man Kastanien jetzt genau für die Wäsche anwendet? Ich habe mir im Internet dazu diverse Methoden durchgelesen, manche finde ich deutlich aufwändiger als andere. Ich habe für mich eine Methode gefunden, die sehr schnell geht und bei der ich vor jedem Waschgang das Waschmittel in max. 2 Minuten selbst herstelle. Man braucht dafür allerdings einen recht guten Mixer.
Ich nehme 6 Kastanien und gebe sie zusammen mit einem guten halben Liter Wasser in meinen Mixer und püriere das Ganze zu einer Kastanienmilch. Diese filtere ich anschließend durch ein sehr feinmaschiges Sieb in ein Gefäß und füge noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu – im Moment nehme ich sehr gerne Lavendel, man kann natürlich nehmen was man mag oder es auch ganz weglassen. Die Kastanienmilch kommt dann einfach in das Waschmittelfach der Waschmaschine und es kann wie gewohnt gewaschen werden. Mit dem Ergebnis bin ich bisher sehr zufrieden, ich finde es sogar deutlich besser als damals mit den Waschnüssen. Ich denke durch das Pürieren holt man besonders viele Saponine aus der Kastanie heraus. Die Wäsche wird sauber und riecht neutral bzw. leicht nach Lavendel.

[Wenn kein Mixer vorhanden ist, kann man die Kastanien wohl auch einfach grob zerkleinern und mehrere Stunden im Wasser ziehen lassen und diesen Sud dann zum Waschen verwenden. Eine weitere Alternative wird beispielsweise bei Wastelandrebel vorgestellt – dort werden die Kastanien zerschreddert und dann getrocknet und das entstehende Pulver kann gelagert und mit Wasser angemischt werden. Ich habe allerdings den Eindruck, dass man durch das Pürieren noch mehr Saponine aus den Kastanien lösen kann und das Waschmittel dadurch wirksamer wird. Für mich ist die Kastanienmilch daher die Methode der Wahl. Zudem kann ich ganze Kastanien einfacher lagern und muss dafür keine Gläser organisieren.]

Als zusätzlichen Bonus kann man die Kastanienmilch auch prima als sanftes Shampoo für die Haare verwenden, da würde ich persönlich allerdings das ätherische Öl stark reduzieren, oder sogar ganz weglassen. Dafür dicke ich sie gerne ein wenig an, z.B. mit Guakernmehl, dann lässt sie sich leichter in die Haare einarbeiten.

Kastanien sammeln und Achtsamkeit
Meine Wäsche mit Kastanien zu waschen ist für mich nicht nur aus ökologischer Sicht eine schöne Sache. Auch im Bezug auf Minimalismus und Achtsamkeit macht es für mich Sinn. Warum soll ich etwas für Geld konsumieren, wenn ich etwas quasi gleichwertiges von der Erde geschenkt bekomme? Kaum jemand von uns kann komplett aus dem kapitalistischen Hamsterrad aussteigen, aber schon so kleine Umstellungen können etwas bewirken. Die Kastanien aufzusammeln hat mir außerdem sehr viel Spaß gemacht und daran kann ich mich als kleine Achtsamkeitsübung jedes Mal, wenn ich im kommenden Jahr Wäsche waschen möchte und das Waschmittel herstelle, zurückerinnern. Ich denke an die Spaziergänge, das Suchen und Sammeln, die kurzen Pausen direkt im Laub unter dem Baum während die Sonne durch die Blätter schien. Die Herstellung des Waschmittels und das Waschen an sich wird damit zu einem kleinen Ritual, bei dem ich mich auf schöne Erlebnisse und Dankbarkeit für die Geschenke der Natur besinnen kann. Wäsche waschen ist für die meisten wohl eher eine wenig geliebte Aufgabe, die halt gemacht wird, weil sie gemacht werden muss. Durch dieses kleine Ritual verbinde ich mit dieser Tätigkeit so viel positives, dass ich daran sogar Spaß habe und es wirklich gerne mache.

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Ist das vielleicht auch etwas für dich, oder wäre dir das zu aufwändig? Hast du auch kleine Rituale, die eigentlich ganz banale Aufgaben im Alltag zu etwas besonderem machen?

(Natürlich gilt hierbei, dass ich einfach nur als Erfahrungsbericht mit euch teile, wie ich persönlich meine Wäsche wasche. Ich übernehme selbstverständlich keine Garantie dafür, dass das bei euch genau so gut klappt und dass eure Waschmaschine das Zeug mag.)

DIY Orangen-Reiniger – Günstig, umweltfreundlich und (fast) plastikfrei

[Reupload von Veganwitch.de]

Heute habe ich heute ein ganz, ganz simples und einfaches DIY Rezept für euch.

Ihr braucht zunächst ein wenig Essig – ich habe eine Flasche Essigessenz gekauft, weil der Haushaltsessig im Supermarkt nur in Plastikflaschen zu bekommen war. Die Essigessenz gab es in einer Glasflasche – aus Plastik ist da nur der Deckel. Wenn ihr Haushaltsessig nehmt, müsst ihr den nicht weiter verdünnen, aber Essigessenz würde ich mit der 4 oder 5-fachen Menge Wasser strecken.

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Außerdem braucht ihr einige Orangen. Oder eher gesagt, die Schale davon. Die bewahrt ihr einfach auf, wenn ihr die Orangen esst und sammelt sie in einem großen, gut verschließbaren Glas. Ich habe in ein Glas, welches etwas mehr als einen Liter fasst, die Schale von 4 Orangen gegeben und danach alles mit dem Essig aufgefüllt. Und damit seid ihr dann auch schon fertig. Die Mischung muss jetzt etwa 2 Wochen ziehen. Währenddessen wird die Flüssigkeit immer orangefarbener. Ich schüttle das Glas ab und zu etwas, aber mehr muss man wirklich nicht tun. Danach kann man den selbstgemachten Orangenreiniger einfach in eine kleine Sprühflasche (die man vielleicht von Kosmetikprodukten noch übrig hatte) umfüllen und losputzen. Perfekt für den wilden Frühjahrsputz und dabei auch noch umweltfreundlich und nachhaltig 😉

Habt einen schönen Sonntag und genießt das wunderschöne Wetter!