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Konsumauszeit Woche 2 und Wochenrückblick KW 45

Guten Morgen!

Inzwischen ist schon die zweite Woche der Konsumauszeit vergangen und ich kann nach wie vor feststellen, dass es mir absolut keine Mühe macht, mein Geld für nichts außer Essen auszugeben. Letztes Jahr habe ich mich während der Konsumauszeit immer wieder zusammenreißen müssen und viele Sachen, die ich haben wollte dann einfach auf den Dezember verschoben. Dieses Jahr fließt das alles einfach so an mir vorbei und ist gar kein großes Thema für mich. Es war im Ganzen eine sehr schöne Woche für mich. Obwohl mich das Ergebnis der US-Wahl sehr schockiert hat und mir auch Tage später nicht aus dem Kopf geht. Aber das ist vielleicht eher ein Thema für einen anderen Blogartikel.

Dieses Jahr fokussiere ich meine Aufmerksamkeit während der Konsumauszeit auf Themen, die bewusst nichts mit Konsum zu tun haben, anstand die ganze Zeit über das Nicht-Konsumieren nachzudenken. Im Moment sind Yoga, Meditation, Bewegung und Zeit in der Natur wieder sehr wichtig für mich.
Seit Anfang der Woche habe ich nach einer längeren Pause wieder mit einer regelmäßigen Yogapraxis am Morgen angefangen. Ich nehme mir dafür etwa 20 Minuten und mache in der Zeit je nach Lust und Laune etwa 6-8 Yogaübungen. Daran schließt dann eine 10-Minütige Mediation an. Auch erst seit dieser Woche benutze ich die App „Headspace“, welche geführte Meditationen anbietet. Es gibt dort ein kostenloses 10 Tage Programm und auch ein kostenloser Probemonat mit Zugriff auf viele weiter Inhalte ist möglich. Danach wird es aber mit ~10€ pro Monat doch ziemlich teuer. Ich gebe für Apps vielleicht 1-3x im Jahr einen Euro aus und finde diese Summe daher schon happig. Ich teste mich da jetzt erst mal so durch und werde dann entscheiden, ob das was für mich ist. Bisher gefallen mir die Meditationen sehr gut, aber es ist nicht so, als ob ich sie unbedingt bräuchte. Ich meditiere seit vielen Jahren und kann es auch ohne Anleitung – auch in diesem Bereich geht es ohne Konsum.

Insgesamt tut mir dieses neue Morgenritual unheimlich gut. Ich bin an meinen Arbeitstagen absichtlich knapp 2 Stunden, bevor ich los musste aufgestanden. Ich liebe diese Ruhe und die Zeit am Morgen. Für mich sind diese Momente absolut kostbar. Ich kann entspannt aufwachen, mir Zeit für mich nehmen und spüre die dadurch entstehende Gelassenheit und Energie den ganzen Tag über. Morgens mit Zeitdruck und Hektik zu beginnen ruiniert mir schon von vornherein den ganzen Tagesablauf.
Sehr schön finde ich auch, wie ich durch diese Praxis noch besser spüren kann, wie es mir heute geht, wie mein Energielevel ist. Heute morgen hatte ich (da ich frei habe) etwas länger geschlafen als die letzten Tage und hatte überhaupt keine Lust auf Yoga. Ich weiß aber, dass diese Widerstände total wichtig sind und dazugehören und habe trotzdem einige Übungen gemacht – und das war sehr gut so.

Zu meinen Schichten am Wochenende bin ich seit langer Zeit endlich mal wieder mit dem Fahrrad gefahren. Es gibt einen sehr schönen, größtenteils ruhigen Weg, den ich fahren kann. Ich brauche aber pro Strecke knapp 40 Minuten und dazu braucht es eben auch eine gewisse Motivation. Im Frühjahr hatte ich sie noch, aber nachdem ich dann krank war und es im Sommer oft so heiß war, dass ich nicht mit dem Fahrrad fahren wollte, weil ich dann bei der Arbeit angekommen eine Dusche gebraucht hätte, habe ich das Ganze wieder eine Weile schleifen lassen. Dabei macht es mir eigentlich total viel Spaß, weil ich die Zeit, die ich eh unterwegs bin für mich nutzen kann und auch nicht auf die Launen der KVB angewiesen bin. Ich hoffe, dass das Wetter noch eine Weile mitspielt.

Diese Woche gab es außerdem noch mehr Zeit in der Natur für mich. Am Dienstag war ich mit Felix in Königswinter und wir sind zum Drachenfels hochgewandert. Ich liebe diesen Ort. Die Natur, der Blick über das Siebengebirge und den Rhein – traumhaft. Zudem war jetzt natürlich alles wunderschön herbstlich bunt. Ich habe diesen Ausflug sehr genossen und hoffe, wir finden bald Zeit für eine neue Tour ins Grüne.

Im Moment schreiten hier auch schon die ersten Planungen für Weihnachten voran. In meinem engsten Freundeskreis werden wieder ein paar von uns wichteln und ich habe lange überlegt, wie ich das mit dem Minimalismus vereinbaren soll. Mir macht das Wichteln immer sehr viel Spaß, aber meine Prioritäten haben sich eben sehr verändert. Wir erstellen jetzt zusammen alle eine Wunschliste und alle können eintragen, was sie sich wünschen und vielleicht auch, was sie sich nicht wünschen. So konnte ich direkt jegliche Form von Kosmetik und nicht-aufbrauchbaren Gegenständen ausschließen. Als Alternativen dazu habe ich Essen (also Kekse, Tee, Gewürze, Schokolade etc.), Selbstgemachtes, Gutscheine z.B. für einen Kinobesuch, ein Kindle-Buch oder ein Spiel meiner Steam-Wunschliste vorgeschlagen. Über all diese Sachen würde ich mich sehr freuen und sie würden trotzdem nicht dauerhaft in meiner Wohnung rumstehen. Ich bin gespannt, wie das wird.

Ausgemistet habe ich diese Woche übrigens gar nicht. Die letzten Wochen habe ich da so viel getan, dass ich nun wieder eine kleine Pause brauche. Ein paar bereits aussortierte Dinge bin ich noch losgeworden, aber das war es dann auch. War auch mal schön.

Finanziell gesehen war diese Woche deutlich teurer als die letzte. Wir waren aber auch zwei Mal auswärts Essen. Damit meine ich übrigens in den seltensten Fällen richtig, teure Restaurants – wir lieben beide asiatisches Essen und besuchen daher gerne und regelmäßig kleine Imbisse, wo man z.B. für ~6€ ein fantastisches Hauptgericht bekommt. Diese Dinge verbiete ich mir auch während der Konsumauszeit nicht. Natürlich könnte ich noch mehr sparen, wenn ich alles selber kochen würde, aber für mich ist gemeinsam Essen gehen eine wunderschöne Möglichkeit, sich Zeit für einander und Gespräche zu nehmen und hochwertige Nahrung ist auch einfach das, wofür ich am liebsten Geld ausgebe. Essen muss ich ja so oder so, egal wer es zubereitet. Wir gehen außerdem auch nicht jede Woche 2x Essen. Das war eher eine Ausnahme wegen des Ausflugs nach Königswinter.
Zu zweit haben wir diese Woche fürs Essen gehen, einen Bioladen-Einkauf, 2 kleine Einkäufe bei Edeka und Besuche beim Bäcker ~150€ ausgegeben. Das finde ich vollkommen okay.

Habt eine schöne Woche!

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Konsumauszeit im November

Ich möchte ich mir auch diesen November wieder eine Auszeit gönnen und ganz bewusst nicht konsumieren. Apfelmädchen und sadfsh rufen auch dieses Jahr wieder zu einer gemeinsamen Konsumauszeit auf und ich bin dabei.

Im November zieht sich die Natur zurück, die Blätter werden abgeworfen, Tiere bereiten ihren Winterschlaf vor und es wird kalt und nebelig. Eigentlich die ideale Zeit, sich auch ein wenig in sich selbst zurück zu ziehen, das vergangene Jahr zu reflektieren und sich ein wenig Ruhe zu gönnen.

Unsere moderne Gesellschaft tut sich mit Ruhe und Reflektion jedoch ein wenig schwer, immer früher beginnt für viele der vorweihnachtliche Shoppingmarathon und die damit verbundene Hektik.

Aus diesem Grund finde ich den November für eine Konsumauszeit nahezu ideal. Ich nehme mich damit ganz bewusst für einen Monat raus aus diesem kapitalistischen Hamsterrad und fokussiere mich auf die Dinge des Lebens, die nichts kosten. Ich schenke mir selbst Zeit in der Natur und mit lieben Menschen, Zeit für kreative Projekte usw. Und ich nehme mir Zeit für all die schönen Dinge, die ich bereits besitze und die auch mal wieder Aufmerksamkeit verdient haben.

Seit Anfang des Jahres hat sich mein Konsumverhalten schon sehr verändert und ich kaufe deutlich weniger und bedachter als früher, so dass die Konsumauszeit mir zuerst gar nicht mehr so notwendig erschien, wie noch letztes Jahr. Mittlerweile bleibt mir jeden Monat Geld über, was ich sparen kann, was früher ziemlich undenkbar war. Doch wenn ich ehrlich bin, kaufe ich ja noch immer hier und da etwas und so will ich mir den November über eine bewusste Pause davon nehmen.

Meine persönlichen Regeln:

  • Einen Monat lang nichts kaufen. Auch keine digitalen Produkte, wie Spiele oder E-Books. Die nehmen zwar keine direkten Ressourcen weg, aber ich habe schon genug Sachen, mit denen ich mich noch beschäftigen will. Ausgenommen sind Lebensmittel und benötigte Drogerieprodukte (wobei es da kaum Bedarf geben sollte, da ich eigentlich alles habe) sowie dringend benötigte Sachen, falls sie kaputt gehen sollten.
  • Bei Lebensmitteln genauer schauen, was ich wirklich brauche. Vor allem frische Lebensmittel kaufen, die Vorräte an Haltbarem reduzieren wenn möglich.
  • Geld für Ausflüge, Fahrkarten, auswärts Essen etc. ist erlaubt, wobei ich das auch eher gering halten möchte.
  • Nach Möglichkeit wieder mehr selber machen, auch auf Geschenke bezogen.
  • Tauschen und Leihen ist erlaubt.
  • So viele Bücher wie möglich von meinem „Lesen und dann weggeben“ Stapel schaffen.
  • Alle Ausgaben, bis hin zum Brötchen auf die Hand, dokumentieren, da ich gerne wissen möchte, wie viel ich im Monat zum Leben brauche, wenn ich mich auf die Basics beschränke.
  • 1 x wöchentlich auf dem Blog berichten, wie es läuft.

Da ich wie bereits erwähnt kaum noch „Kaufdrang“ besitze, bin ich sehr optimistisch, dass das gut klappen wird und es mir nicht wie ein Verbot oder Zwang vorkommen wird, sondern ich diese Auszeit genießen kann.

Hast du auch schon mal eine Zeit lang bewusst auf Konsum verzichtet? Willst du dich der Konsumauszeit vielleicht anschließen? Hab einen schönen Tag!